Negativzinsen bringen deutschem Staat Milliardeneinnahmen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.01.2017

Deutsche Staatsanleihen sind seit vielen Jahren bei Anlegern aus der ganzen Welt beliebt, obwohl sie mittlerweile negativ verzinst werden. Sie gelten aufgrund der hohen Bonität Deutschlands als sehr sicher. Berechnungen des Bundesfinanzministeriums haben nun laut Rheinischer Post ergeben, dass der deutsche Staat fast 1,2 Milliarden Euro über die Negativzinsen der Bundesanleihen eingenommen hat.

Seit einiger Zeit werden Bundesanleihen mit einer negativen Verzinsung ausgegeben. In der Praxis bedeutet dies, dass Anleger dem Staat Geld dafür bezahlen, dass sie ihm Geld leihen. Somit besteht der Gewinn lediglich aus den Kursveränderungen der Anleihe bis zum Zeitpunkt der Fälligkeit. Doch trotz dieser negativen Zinsaussichten genießen die Staatsanleihen der Bundesrepublik hohes Vertrauen bei Käufern weltweit. So gehört Deutschland zu den wenigen Ländern, das Rating-Agenturen auch nach zahlreichen Finanz- und Bankenkrisen mit „Triple A“, also AAA bewerten.

2016 Einnahmen von 1,2 Milliarden Euro

Eine negative Verzinsung von Staatsanleihen ergibt für den Emissär grundsätzlich Zusatzeinnahmen. Auf Anfrage der Rheinischen Post hat ein Sprecher des Finanzministeriums die Summe von knapp 1,2 Milliarden Euro genannt. Dabei handelt es sich um die finanzielle Entlastung des Schuldenwesens sowie des Sondervermögens der Bundesrepublik Deutschland allein für das Jahr 2016. Als Grund für diese hohe Summe wurden vor allem die hohen Aufschläge genannt, die Banken beim Kauf von Anleihen zu zahlen bereit waren.

Zinsentlastung von 2,2 Millionen Euro pro Jahr bis 2046

Die hohen Zinseinnahmen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland weiterhin Zahlungsverpflichtungen nachkommen muss. Schließlich hat das Land seine emittierten Wertpapiere positiv verzinst. Die Einnahmen durch die negative Verzinsung stehen somit den Ausgaben für die verzinste Rückzahlung von Staatsanleihen gegenüber. Das Ministerium hat laut Angaben der Rheinischen Post noch eine weitere Rechnung aufgestellt. Demnach werden bis zum Jahr 2046 rund 66 Millionen Euro an Entlastung erzielt. Die jährliche Zinsentlastung liegt somit bei rund zwei Millionen Euro. Voraussetzung für eine solche Senkung der jährlichen Zinsbelastung ist, dass die neu ausgegebenen Staatsanleihen weiterhin negativ verzinst bleiben.

Quellen: welt.de, RP Online

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!