Nettovermögen der Deutschen ist stark geschrumpft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.08.2015

Innerhalb von zehn Jahren hat sich das Nettovermögen der Bundesbürger erheblich reduziert, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Durchschnittlich 20.000 Euro weniger hatten deutsche Privathaushalte 2013 im Vergleich zu 2003 zur Verfügung. Wie konnte es zu einer solchen Entwicklung kommen? Die Wirtschaftsforscher machen vor allem das schwache Anlageverhalten der Deutschen für den Rückgang verantwortlich.

Berücksichtigt man die Inflation, haben deutsche Haushalte im Zeitraum von 2003 bis 2013 im Schnitt fast 15 Prozent ihres Nettovermögens verloren. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung hervor, in der Verteilungsforscher die Vermögensentwicklung unter Berücksichtigung der Inflation untersucht haben.

Niedrige Risikobereitschaft, niedrigeres Nettovermögen

Dass Privathaushalte in zehn Jahren im Schnitt gut 20.000 Euro verloren, hat nach Einschätzung der DIW-Forscher zwei Gründe: Neben der „schwache Wertentwicklung selbstgenutzter Immobilien, sei insbesondere das Anlageverhalten der Deutschen verantwortlich für das Schrumpfen des Nettovermögens. „Viele Menschen investieren ihr Vermögen bevorzugt in risikoarme, dafür aber renditeschwache Anlagen wie Sparbücher, Girokonten, Bausparverträge oder Riesterrenten, die oftmals nicht einmal die Inflation ausgleichen“, so Studienautor Markus Grabka. Wenige Menschen hatten sich im untersuchten Zeitraum offenbar bereit gezeigt, ihr Geld in Wertpapieren oder Aktien anzulegen. Angesichts ihrer Ergebnisse fordern die Wirtschaftsforscher eine „gezielte Förderung des individuellen Vermögensaufbaus“. Auf diesem Weg solle außerdem die große Vermögensungleichheit in Deutschland reduziert werden.

Relevante Faktoren für die Vermögensbildung

Wird die Inflation ausgeklammert, stieg das Nettovermögen der Haushalte im selben Zeitraum im Schnitt geringfügig um 0,4 Prozent oder 500 Euro an. Die Sparquote lag in den vergangenen zwei Jahrzehnten fast durchgehend bei über neun Prozent. Doch nicht nur regelmäßiges Sparen ist für einen erfolgreichen Vermögensaufbau entscheidend: Etwa das Tilgen bestehender Kredite ist ein wichtiger Faktor, der die Vermögensbildung beeinflusst. Außerdem haben in dem untersuchten Zeitraum Schenkungen, Erbschaften und Heirat das Vermögen der Deutschen gesteigert.

Menschen, die zur Miete wohnen verfügen der Studie zufolge über das geringste Nettovermögen. Dies sei „insofern problematisch, als dass schon kurzfristige Engpässe beim laufenden Einkommen das Vermögen aufzehren können“, so Studienautor Christian Westermeier. Auch Faktoren wie Scheidung, oder Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen wirken sich negativ auf die Vermögenszuwächse der Deutschen aus.

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