Daimler mit neuen Abgas-Vorwürfen konfrontiert

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.07.2017

Der Automobilkonzern Daimler hat angeblich fast zehn Jahre lang Autos mit erhöhtem Schadstoffausstoß verkauft, ohne seine Kunden darüber zu informieren. In Europa und den USA sind von den Vorwürfen über eine Million Fahrzeuge betroffen. Das Worst-Case Szenario für den Konzern wäre nun, wenn das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) alle Zulassungen in Europa zurückrufen würde. Vor einigen Monaten wurde noch eine Nachrüstung von 247.000 Fahrzeugen verständigt. Dieser Kompromiss scheint nun erstmal undenkbar.

Der Abgas-Skandal bei Daimler scheint plötzlich sehr viel größer als zuerst angenommen. Anstatt der 247.000 aufzurüstenden Fahrzeuge, auf die sich das KBA mit dem Unternehmen verständigte, wird nun von über einer Million Fahrzeuge ausgegangen. Nach einer Razzia in der Zentrale des Konzerns kamen Hinweise auf, dass die Motoren eine unzulässige Abschalteinrichtung enthielten. Vermutlich wurde diese zwischen 2008 und 2016 in zwei verschiedene Motoren eingebaut.

Verkehrsminister Dobrindt zitiert Daimler-Chefs ins Verkehrsministerium

Nach der Razzia in der Unternehmenszentrale gab es ein Treffen der Verantwortlichen im Verkehrsministerium. Hierbei geht es angeblich darum, ob die Modelle mit einer illegalen Software programmiert wurden. Diese sollte wohl die Abgaswerte manipulieren. Laut Berichten sollen nun Diesel-Fahrzeuge genau unter die Lupe genommen werden.

Bei den vergangenen Abgasskandalen von Volkswagen und Audi hatte sich Daimler noch klar distanziert und jeglichen Vorwurf einer Abgasreinigung geleugnet. Der Rechtsanwalt des Unternehmens hatte sogar mit Schadensersatzforderungen gedroht, falls der Ruf von Daimler geschädigt werden sollte.

Die Manipulationen sind wohl weniger schlimm als in Vergleichsfällen

Wie bei Volkswagen und Audi geht es auch bei den Mercedes-Modellen um die Abgaswerte. Zurzeit gibt es nur den Beweis, dass die Abgaswerte auf der Straße höher sind als die auf dem Rollenprüfstand. Ein entsprechendes Gesetz, welches Unternehmen verpflichtet, die Abgaswerte real wiederzugeben, tritt erst im September 2017 in Kraft. Außerdem wurden die betroffenen Modelle bereits 2005 und 2008 an den Markt gebracht, die Entwicklung der Motoren geht sogar auf das Jahr 2000 zurück.

Im Gegensatz zu Volkswagen wurde bei Mercedes – Stand heute ­– keine illegale Abschaltvorrichtung in die Autos eingebaut. Der Unterschied bei Daimler entstand wohl durch das so genannte Thermofenster: Die Abgasreinigung funktioniert nur in einem bestimmten Temperaturbereich, der im Labor vorlag.

Weitere Meldungen des Tages:

  • Private Haushalte in Deutschland so reich wie nie: Im ersten Quartal 2017 steigt das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland auf 5.676 Milliarden Euro. Dazu gehören Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Versicherungsansprüche. Gründe dafür sind der robuste Arbeitsmarkt und steigende Reallöhne.
  • Mehr Zigaretten produziert: Im zweiten Quartal hat das Finanzamt mehr an deutschen Rauchern verdient als zuvor. Es wurden sogar 10,9 Prozent mehr versteuerte Zigaretten produziert als im Vorjahr. Ein Indiz für mehr Raucher sind diese Zahlen allerdings nicht.

Quellen: Süddeutsche, Faz

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