Neue Analyse zeigt: Diabetes auf dem Vormarsch

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.02.2017

Diabetes zählt zu den größten Volkskrankheiten Deutschlands. Die vollen Ausmaße bringt jetzt eine aktuelle Analyse von Datensätzen der Krankenkassen zu Tage. Etwa 70 Millionen Patientenbefunde wurden untersucht und festgestellt, dass etwa jeder zehnte Deutsche erkrankt ist. Die Analyse zeigte zudem einen deutlichen Unterscheid von Ost und West. Mit knapp zwölf Prozent liegt die Zahl der in Ostdeutschland lebenden Diabeteskranken weitaus höher als im Westen.

Eine Untersuchung von 70 Millionen Datensätzen der Patienten von privaten Krankenversicherungen und gesetzlichen Kassen zeigt das erschreckende Bild einer der größten Volkskrankheiten. Die Analysen offenbaren, dass etwa jeder zehnte Deutsche an Diabetes leidet. Mit fast zwölf Prozent wurde in den Ergebnissen ein großes Ost-West-Gefälle sichtbar. Im Osten der Republik sind weit mehr Menschen erkrankt als im Westen.

Zahlen über den Schätzungen

Sehr viel mehr Menschen als bisher angenommen leiden an der chronischen Stoffwechselerkrankung. Eine Analyse, die für den Versorgungsatlas durchgeführt wurde, eine Datensammlung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI), zeigte nun die Ausmaße: Auf zehn Bundesbürger kommt im Schnitt ein Diabeteskranker. Damit ist der Anteil von 2009 bis 2015 von 8,9 auf 9,8 Prozent gestiegen. Die Schätzungen lagen bislang zwischen etwa sieben und neun Prozent.
Mit einem Datensatz von 70 Millionen Kassenpatienten gilt die Erhebung als sehr genau. In der Liste von Volkskrankheuten der Republik liegt Diabetes inzwischen auf dem fünften Rang nach Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Weltweit hat sich der Stand in den vergangenen 35 Jahren vervierfacht.

Unterschiede nach Region und Einkommen

Die sogenannte „Zuckerkrankheit“ lässt sich laut Studienautor Benjamin Goffrier neben dem altersbedingten Ausbruch auch auf die Lebensweise zurückführen. Neben der Ernährung spiele die Veranlagung eine Rolle. Eine zucker- und fettreiche Ernährung mit mangelnder Bewegung führe in jüngeren Jahren jedoch am häufigsten zum sogenannten Alters- oder Typ-2-Diabetes. Diese Unterart macht den Großteil der Erkrankungen aus. Besonders häufig leiden die Bewohner Ostdeutschlands an der Volkskrankheit. Während der Prozentsatz im Westen etwa bei neun liegt, sind im Osten fast zwölf Prozent krank.

In den wohlhabendsten Gegenden leben am wenigsten Diabetiker. So verzeichnet der Kreis Starnberg bei München etwa 6,5 Prozent, wohingegen im strukturschwachen Prignitz bei Brandenburg rund 14 Prozent an Diabetes leiden. Eine Erklärung sieht der Autor in dem schlechteren sozialen Status, der mit niedrigerem Einkommen und höheren Arbeitslosenzahlen verbunden sei. Auch schlechte Gesundheitsbildung und Ernährungstraditionen fördern die Ausbreitung. Früher noch eine Krankheit reicherer Schichten, zeugt Diabetes heute oft vom Konsum vieler Fertigprodukte, billigem Fleisch und frittierten Gerichten.

Quellen: SZ.de, Welt.de

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