Bald neues Gesetz zur Vorfälligkeitsentschädigung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 20.09.2015

Der Bundestag muss sich ab 25. September mit einem Gesetz zur Vorfälligkeitsentschädigung beschäftigen. Kreditnehmer sollen vor hohen Ausgleichszahlungen geschützt werden, die Banken bei vorzeitiger Kreditkündigung verlangen. Hintergrund ist, dass Deutschland die Wohnimmobilienkreditrichtlinie der Europäischen Union umsetzen muss.

Egal ob finanzielle Probleme oder geänderte Familienverhältnisse: Kreditnehmer, die ihr Darlehen zur Baufinanzierung oder ihren Kredit für das neue Auto vorzeitig kündigen wollen, müssen der Bank in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Verbraucherschützer fordern, dass diese durch ein neues Gesetz gedeckelt werden, denn wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) in Bezug auf eine Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) berichtet, wird die Vorfälligkeitsentschädigung oft falsch berechnet. Kunden würden daher nicht selten überhöhte Beträge an die Geldinstitute zahlen.

Verbraucherschützer fordern Obergrenze für Vorfälligkeitsentschädigung

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) fordert daher, dass das neue Gesetz die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung auf fünf Prozent deckeln soll. Den Berechnungen des Verbandes zufolge müssen Kreditnehmer derzeit durchschnittlich mehr als zehn Prozent ihrer Restschuld aufbringen, um vorzeitig aus dem Kreditvertrag herauszukommen. Die Verbraucherschützer verlangen von der Politik zudem, mit dem Gesetz mehr Transparenz zu schaffen. So sollen die Regeln für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung einheitlich gestaltet und vorgeschrieben werden.

Kreditnehmer sollen Recht erhalten, Kredite vorzeitig zu kündigen

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sollen Kreditnehmer generell das Recht erhalten, einen Kredit vorzeitig zu kündigen. Bisher besteht darauf – abgesehen von wenigen Ausnahmen wie ein Umzug oder der Verkauf der finanzierten Immobilie – kein Anspruch. Dies ist vor allem für Verbraucher mit Altverträgen interessant, die bei sich bei Vertragsabschluss an hohe Zinsen gebunden haben. Die Banken sollen den Verlust, der ihnen durch solche vorzeitige Kündigungen der Kredite entsteht, weiterhin voll decken können, fordert ein Sprecher der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) gegenüber der Zeitung. Er warnt, dass sich ansonsten die Festzinskredite teurer würden. Die derzeitige Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung entspreche den höchstrichterlich abgesegneten Vorgaben.

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