Neues Rentenpaket: 2019 ein Plus von rund 3 Prozent

Zuletzt aktualisiert am 12.11.2018

Voraussichtlich um rund drei Prozent steigt die Rente im Jahr 2019 an. Hauptsächlich werden Personengruppen wie Mütter, gesundheitlich bedingte Frührentner und Menschen mit Midi-Jobs davon profitieren. Dies verspricht das aktuelle Rentenpaket.

Die Mehrkosten für die Änderungen werden größtenteils aus Beitrags- und nicht aus Bundesmitteln finanziert – trotz vehementen Einspruchs der Rentenversicherung. Durch das neue Rentenpaket erhalten teils sogar Menschen Rente, die ihrerseits keine Beitragszahlungen geleistet haben.

Rentenanstieg betrifft vorwiegend Mütter

Im kommenden Jahr ist ein Rentenanstieg von rund 3,18 Prozent im Westen und rund 3,91 Prozent im Osten zu erwarten. Das Rentenniveau steigt insgesamt auf 48 Prozent an. Mit dieser Zahl wird sich jedoch nicht auf das tatsächliche, ursprüngliche Arbeitseinkommen bezogen – sondern auf den deutschlandweiten Durchschnittswert. Durch die Rentenerhöhung ist die eigentlich geplante Senkung der Rentenbeiträge im kommenden Jahr hinfällig geworden.

Dass auch die Mütterrente künftig teilweise aus Beitragsmitteln finanziert wird, stieß vor allem bei der Rentenversicherung auf Kritik. So erhalten auch Mütter in Zukunft eine Rente, die selbst keine Beitragszahlungen geleistet haben. Das betrifft vor allem Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern. Für sie gibt es einen halben Rentenpunkt mehr; Neurentnerinnen erhalten ihn ab Januar, alle anderen ab März 2019. Im Westen bedeutet das ein Plus von 16,02 Euro pro Kind, während die Rente im Osten 15,35 Euro mehr beträgt. Aus Steuermitteln finanziert sich hingegen nur die Mütterrente für Mütter mit nach 1992 geborenen Kindern.

Höhere Auszahlung für zwei weitere Personengruppen

Auch die Erwerbsminderungsrente, die aus gesundheitlichen Gründen vor der eigentlich geplanten Rente bezogen wird, steigt an. Das begründet sich dadurch, dass gerade diese Personengruppe aktuell stark von Altersarmut betroffen und eine Änderung wünschenswert ist. Umgesetzt wird die Erhöhung durch die fiktive Verlängerung der tatsächlichen Berufstätigkeit. Sollte ein Arbeitnehmer 2019 vorzeitig in Rente gehen, berechnen sich seine Beiträge so, als hätte er über 65 Jahre lang gearbeitet. Bisher lag der fiktive Zeitraum bei rund 62 Jahren.

Die dritte Personengruppe, die von dem neuen Rentenpaket profitieren wird, umfasst Menschen in Midi-Jobs. Geringverdiener mit mindestens 450 Euro Monatslohn zahlen nach wie vor einen niedrigeren Rentenbeitrag, werden aber bei der Rentenauszahlung so behandelt, als hätten sie den vollen Betrag geleistet. Auch dürfen Berufstätige mit einem Einkommen von maximal 1.300 Euro künftig weniger Sozialbeiträge zahlen. Bisher lag die Grenze bei einem Monatseinkommen von 850 Euro.

Quellen: sueddeutsche.de, swr3.de

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