Niedrige gefühlte Inflation erfreut Verbraucher

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.02.2015

Die EZB kämpft gegen die vermeintlich drohende Deflation, während Verbraucher profitieren. Die gefühlte Inflation ist so gering, dass das Konsumieren Freude bereitet. Von einer ernsthaften Deflation kann bislang nicht gesprochen werden und so lässt sich die negative Teuerungsrate mit gutem Gewissen ausnutzen.

Von einer Teuerungsrate im eigentlichen Sinne, also steigenden Preisen, spricht aktuell niemand. Vielmehr freuen sich Verbraucher über eine gefühlte Inflation im negativen Bereich. Viele wichtige Waren des täglichen Bedarfs wurden laut einem Bericht der „Welt“ zuletzt günstiger, sodass Kunden zumindest gefühlt über immer mehr Kaufkraft verfügen. Während die EZB seit Monaten verzweifelt einer Deflation entgegenwirkt, bieten sich für Verbraucher momentan zahlreiche Chancen und Sparmöglichkeiten. Der Wert des Geldes wächst, sodass Minizinsen kaum mehr ins Gewicht fallen.

Teuerungsrate auf Rekordtief

Ökonomen und EZB betrachten die Inflationsrate mit sorgenvollen Mienen. Bereits seit einiger Zeit bewegt sich die Teuerungsrate um den Nullpunkt herum und betrug im vergangenen Monat minus 0,4 Prozent. Damit verzeichnete das Statistische Bundesamt den stärksten Rückgang der Inflation seit dem Rezessionsjahr 2009. Eigentlich streben Wirtschaft und Politik eine Inflation von ungefähr zwei Prozent im positiven Bereich an. Eine deutlich negative Teuerungsrate könnte nämlich dazu führen, dass Verbraucher und Unternehmen Ausgaben zurückhalten und auf weiter fallende Preise spekulieren. Dies würde die Wirtschaft lähmen.

Wenn es nach der gefühlten Inflation der Verbraucher ginge, wäre das Schreckgespenst Deflation längst Realität. Die von Unicredit berechnete gefühlte Inflation lag im vergangenen Monat bei etwa minus zwei Prozent. Dies bedeutet, dass Verbraucher gefühlt zwei Prozent weniger Geld ausgeben müssen, um die gleichen Waren und Dienstleistungen zu erwerben wie sonst auch.

Gefühlte Inflation bringt noch keine Deflation

Die große Differenz zwischen gefühlter Inflation und der tatsächlichen Teuerungsrate erklärt sich durch, dass vor allem die Preise für Benzin und Lebensmittel kräftig gefallen sind. Beide Warengruppen wirken sich sehr stark auf das persönliche Preisgefühl der Verbraucher aus, weil diese Ausgaben besonders häufig anfallen. Tatsächlich liegt die Inflation bei minus 0,4 Prozent und damit noch recht weit entfernt von einem gefährlichen Bereich.

Deutschland scheint aktuell alles andere zu tun, als einer Deflation entgegenzusteuern. Vielmehr herrscht ein Zusammenspiel aus folgenden drei Faktoren:

  • niedrige Inflation,
  • Lohnzuwächsen,
  • steigenden Beschäftigungszahlen.

Diese Kombination sorgt bei Verbrauchern für eine ausgeprägte, gute Konsumstimmung, welche sich positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.

Eine leichte, negative Inflation bietet zudem Sparern den Vorteil, dass die Realzinsen von Sparanlagen deutlich steigen. Eine Teuerungsrate von zwei Prozent würde beim derzeitigen Zinsniveau die jährlichen Sparzinsen quasi aufheben. Die geringe Deflation bewirkt hingegen das Gegenteil. Wer momentan zum Beispiel Geld auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten angelegt hat, leidet zwar unter dem Zinstief, kann jedoch die Deflationsrate auf den Zinsgewinn aufschlagen und erreicht so attraktivere Realrenditen.

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