Niedriger Ölpreis für Elektroautos problematisch

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.04.2016

Der Absatz von Elektroautos stagniert, wenn ein niedriger Ölpreis dafür sorgt, dass sich die Spritpreise auf einem historisch niedrigen Niveau eingependelt haben. Für die Bundesregierung wird es dadurch immer unrealistischer, ihr Ziel von einer Million verkaufter Elektroautos bis 2020 zu erreichen.

Ein niedriger Ölpreis wirkt sich positiv auf die Konjunktur aus. Für den Absatz von Elektroautos ist er allerdings problematisch, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Die E-Fahrzeuge werden dadurch im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren zunehmend unattraktiver.

Niedriger Ölpreis sorgt für mehr SUV-Käufe

Seit 2010 ist der Literpreis für Super-Benzin um 12 Prozent gesunken, Super-Plus wurde um 16 Prozent günstiger, Diesel sogar um 21 Prozent. Verantwortlich ist dafür ein seit längerer Zeit anhaltend niedriger Ölpreis, durch den die Ausgaben privater Haushalte für Kraftstoffe sinken: Während die Deutschen 2010 noch 10,1 Milliarden Euro für flüssige Brennstoffe ausgaben, waren es 2015 nach Angaben der Bundesregierung nur 6,6 Milliarden Euro.

Auch die gesamte Wirtschaftslage profitiert von dieser Entwicklung des Rohölpreises. Doch für die Ausweitung der erneuerbaren Energien stellt sie ein Problem dar. Auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hin erklärte die Große Koalition, ein niedriger Ölpreis könne die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien im Wärmesektor negativ beeinflussen. Ein weiteres Problem zeigt sich für Elektroautos: „Ein niedriger Ölpreis verbilligt die Kosten von Verbrennungsmotoren im Verhältnis zu Elektromotoren und könnte Auswirkungen auf das Kaufverhalten haben“, so die Bundesregierung. Tatsächlich belegen aktuelle Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes, dass die Deutschen in der jüngsten Vergangenheit mehr SUVs und Geländewagen kauften, die meist einen vergleichsweise hohen Kraftstoffverbrauch haben.

Elektroautos noch immer wenig beliebt

Ganz anders sieht das Bild hingegen bei den Elektroautos aus: Aktuell bestehen rund 25.500 Zulassungen – bis zum von der Bundesregierung ausgegeben Ziel von einer Million verkaufter Elektroautos bis 2020 ist es also noch ein weiter Weg. Momentan führen die mit Strom angetriebenen Fahrzeuge immer noch ein Schattendasein. Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (Grüne), erklärte in diesem Zusammenhang: „ Durch die niedrigen Spritpreise wird es Alternativen wie der Elektromobilität schwerer gemacht, sich durchzusetzen.“

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