Niedrigzins-Ende? EZB steht vor Kurswende

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.10.2017

Der österreichische Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny erkennt einen Wechsel des Kurses der Europäischen Zentralbank. Er erwartet eine Abkehr der ultraexpansiven Geldpolitik und glaubt, dass die hohen Ausgaben der EZB in Zukunft langsam gedrosselt werden. Der lang anhaltende Kurs mit dem Leitzins von null Prozent und die vermehrten Käufe von Staatsanleihen sollten demnach bald der Vergangenheit angehören. Experten sind sich aber einig, dass die Drosselung nicht zu schnell erfolgen darf. Ansonsten bestünde die Möglichkeit, dass auf den weltweiten Börsen Turbulenzen ausgelöst werden.

Der Staat und Verbraucher müssen sich in naher Zukunft wohl auf einen Kurswechsel der EZB einstellen. Die ultraexpansive Geldpolitik, die schon seit Jahren der Status Quo der EZB ist, wird damit langsam zum Ende kommen. Das bedeutet, dass die EZB den Leitzins von null Prozent langsam anheben und die Ausgaben in Staatsanleihen zurückfahren wird. Dabei sollte die Zentralbank aber darauf achten, dass die Bremsung nicht zu stark ausfällt. Andernfalls drohen Kursabfälle an den europäischen Börsen.

Das bewirkte die Niedrigzinspolitik der EZB bisher

Besonders für Sparer ist die Null-Zins-Politik der EZB bisher kein Vergnügen gewesen. Insgesamt gingen den Leuten, die Geld auf der Bank liegen hatten, in den Jahren 2010 bis 2016 insgesamt 344 Milliarden Euro verloren, weil sie keine Zinsen bekamen. Auf der anderen Seite stehen natürlich auch günstigere Kredite. Wer ein Haus kaufen oder eine andere teure Anschaffung tätigen möchte, kam noch nie so günstig weg wie zurzeit. Doch diese Ersparnisse sind für die Verbraucher nicht hoch genug, um die niedrigen Zinsen ausgleichen zu können. Selbst bei der Gegenrechnung verloren die Deutschen Sparer in diesem Zeitraum 248 Milliarden Euro. Das sind 3.024 Euro pro Kopf. Die eigentlich profitable Geldanlage wurde dadurch für viele zum Problem.

Diese Veränderungen bringt der Kurswechsel für Verbraucher

Somit begünstigt die Niedrigzinspolitik die Umverteilung des Geldes vom Sparer zum Staat – welcher dieses Geld wiederum zur Refinanzierung nutzt. Um von diesem Kurs abzukehren, wird die EZB wohl ab März 2018 spürbare Rückgänge wirksam machen. Vor allem die Angst vor den oft erwähnten Negativzinsen könnte somit ein Ende haben. Schon bei sanften Andeutungen eines Kurswechsels stiegen die Anleihen zuletzt. Allerdings ist keine prompte Veränderung zu erwarten, da die Schwankungen ansonsten zu stark ausfallen könnten.

Quellen: Bild, Handelsblatt

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