Niedrigzinsen: Deutsche sparen zum Selbstzweck

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.07.2016

Sparen ist für die Deutschen eher eine emotionale als eine rationale Angelegenheit. Die Rendite spielt dabei für viele nur eine untergeordnete Rolle. Daher wird auch in Zeiten dauerhafter Niedrigzinsen wenig rentabel Geld zur Seite gelegt. Durch das lustbetonte Sparen tritt eine effiziente Altersvorsorge vielfach in den Hintergrund.

Selbst die anhaltenden Niedrigzinsen können der deutschen Sparleidenschaft wenig anhaben. Denn offenbar spielt die Rendite für viele Bundesbürger nur eine untergeordnete Rolle. Die Deutschen sparen vor allem um des Sparens willen, wie eine aktuelle Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der RaboDirect Bank zeigt.

Gutes Gefühl trotz Niedrigzinsen

Demzufolge sind die Zinsen, die sie für ihr Erspartes erhalten, 78 Prozent der Deutschen nicht ausschlaggebend. Ihnen geht es in vielen Fällen um das gute Gefühl, das ihnen die Reserve beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto gibt. Wie wichtig der psychologische Effekt des Sparens ist, verdeutlichen die häufigsten Antworten auf die Fragen nach den Gründen, warum Geld auf die Seite gelegt wird. Gespart wird:

  • Um sich etwas leisten zu können (85 %)
  • Um sich für die Zukunft abzusichern (73 %)
  • Weil es beruhigt (63 %)
  • Um unnötiges Geldausgeben zu vermeiden (37 %)
  • Für andere Personen, z.B. Kinder oder Enkel (32 %)
  • Weil es Spaß macht (31 %)
  • Um ein Vorbild für andere zu sein (25 %)
  • Um von den Zinsen zu profitieren (24 %)

Für ein Drittel macht Sparen sexy

Und Sparen scheint sich nicht nur positiv auf das eigene Wohlbefinden auszuwirken, sondern zudem auch noch anziehend auf andere zu wirken: Je ein Drittel der befragten Männer und Frauen gab an, Personen, die regelmäßig Geld zur Seite legen, attraktiv zu finden. Damit dürften rund 80 Prozent der Deutschen gute Chancen auf dem Heiratsmarkt haben, denn so viele sind es, die monatlichen einen festen Betrag sparen, 31 Prozent legen Monat für Monat sogar mehr als 200 Euro zur Seite. Im Schnitt werden nach Schätzungen der Bundesbank 9,4 Prozent des Bruttoeinkommens gespart.

Sparen zum Selbstzweck kann sich im Alter rächen

Fatal an der Tendenz zum Sparen um des Sparens willen ist, dass durch die wenig systematische Geldanlage kaum wirksam Vermögen aufgebaut werden kann. Dies ist jedoch insbesondere beim Sparen für die Altersvorsorge ein zentraler Faktor, um eine Rentenlücke effektiv zu vermeiden. Hierbei vermiesen die Niedrigzinsen den Bundesbürgern nämlich offenbar doch den Spaß:  Kürzlich zeigte eine andere Untersuchung, dass die Bundesbürger wichtige langfristige Sparziele wie die Absicherung für das Alter zunehmend vernachlässigen und stattdessen lieber Geld als „Notgroschen“ zurücklegen.

Quelle: RaboDirect Bank

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