Niedrigzinsphase lässt Anleger resignieren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.10.2016

Die Niedrigzinsphase schlägt deutschen Anlegern spürbar aufs Gemüt, wenngleich mehr als die Hälfte nach wie vor zufrieden mit der eigenen finanziellen Situation ist. Das Misstrauen in die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) schürt das Bedürfnis nach Sicherheit bei der Geldanlage. Vor allem Betongold steht daher hoch im Kurs bei deutschen Anlegern.

Zufriedenheit und Sorge bezüglich ihrer finanziellen Situation halten sich bei den deutschen Anlegern noch halbwegs die Waage. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase nimmt der Anteil der Besorgten allerdings zu. Die Hoffnung, mit den eigenen Rücklagen hohe Renditen zu erwirtschaften, haben viele Anleger offenbar ad acta gelegt, stattdessen steht die Sicherheit des eigenen Vermögens im Vordergrund.

Niedrigzinsphase bereitet deutlich mehr Anlegern Kopfzerbrechen

Dies sind die zentralen Erkenntnisse des jährlichen Vermögensbarometers des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Der repräsentativen Untersuchung zufolge bewerten 52 Prozent der deutschen Anleger ihre aktuelle finanzielle Situation trotz der andauernden Niedrigzinsphase als gut bis sehr gut. Bei der Vorjahresumfrage waren es allerdings noch 56 Prozent und 2014 sogar 58 Prozent. Dennoch bereitet das dauerhafte Zinstief immer mehr Anlegern Sorgen. 2015 benannten bereits 41 Prozent der Befragten die niedrigen Zinsen als größte Sorge bezüglich ihrer finanziellen Zukunft. In diesem Jahr kletterte der Anteil deutlich auf 58 Prozent.

Deutlich gestiegenes Sicherheitsbedürfnis deutscher Anleger

Bei derart weitverbreiteten Sorgen und Misstrauen gegenüber der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) überrascht es wenig, dass bei der Geldanlage für die Bundesbürger Sicherheit nach wie vor an erster Stelle steht. Für 57 Prozent ist dies der zentrale Faktor bei der Entscheidung für eine Anlageform – sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Damit schlägt das Sicherheitsbedürfnis nicht nur den Faktor Rendite, sondern ist auch wichtiger als Flexibilität und Verfügbarkeit. Bezüglich der Rentabilität des eigenen Vermögens scheint sich mittlerweile ein wenig Resignation breitzumachen. Eine hohe Rendite hat nur noch für 22 Prozent der Befragten Vorrang, im Vorjahr waren es mit 27 Prozent noch deutlich mehr.

Betongold als sicherer Hafen in der Niedrigzinsphase

Am größten ist das Vertrauen der deutschen Anleger derzeit in das klassische Betongold: Mit 59 Prozent hält der Großteil der Bundesbürger selbst genutztes Wohneigentum für die beste Form der finanziellen Absicherung, gefolgt von vermieteten Immobilien (29 Prozent). Überraschend: Trotz zahlreicher Kündigungen von gut verzinsten Altverträgen und überschaubaren Guthabenzinsen steht Bausparen mit 27 Prozent auf Platz drei der besten Maßnahmen zum Vermögensaufbau, gefolgt von Lebensversicherungen mit 21 Prozent. Dass sich das vormals bei den Deutschen so beliebte Sparbuch in der Niedrigzinsphase kaum noch eignet, um Vermögen aufzubauen, sondern es bei steigender Inflation sogar allmählich vernichtet, scheint inzwischen auch den Bundesbürgern bewusst geworden zu sein. Nur noch 18 Prozent halten es für eine geeignete Geldanlage. Konsequenterweise in renditestärkere Wertpapiere zu investieren, trauen sich allerdings die wenigsten. Aktien halten auch in der Niedrigzinsphase nur zwölf Prozent für eine sinnvolle Option, Investmentfondsanteile würden sich sogar nur zehn Prozent der Befragten ins Depot legen. 

Quelle: Deutscher Sparkassen- und Giroverband

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