Niedrigzinsphase überfordert die deutschen Anleger

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.12.2016

Viele Anleger sind laut einer Umfrage in der anhaltenden Niedrigzinsphase unsicher, welche Anlagestrategie sie verfolgen sollen. Das oft stark ausgeprägte Sicherheitsbedürfnis steht dabei in Konflikt mit dem Wunsch nach höheren Renditen. Außerdem haben einige Anleger den Eindruck, nicht ausreichend informiert zu sein.

Durch die Niedrigzinsphase, die aus der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) resultiert, fühlen sich viele Anleger in Deutschland verunsichert und zweifeln an ihrer Anlagestrategie. So sind zum Beispiel 36 Prozent der Ansicht, dass ihr Vorgehen überhaupt nicht zum aktuellen Marktumfeld passt. Das zeigt eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Targobank. Befragt wurden dabei über 1.000 deutsche Anleger ab 40 Jahren, die über ein Anlagevolumen von mindestens 2.500 Euro verfügen.

Niedrigzinsphase sorgt für Unsicherheit

77 Prozent der Befragten erklärten, dass sie ihr Depot nicht verändern, weil sie Angst vor falschen Entscheidungen haben. Dabei sind ganze 71 Prozent der Meinung, dass sie ihre Anlagestrategie aufgrund der Niedrigzinsphase eigentlich überdenken müssten. Gut zwei Drittel belassen ihr Geld aus Unsicherheit sogar einfach auf dem Girokonto, obwohl sie dort so gut wie keine Zinsen erhalten.

83 Prozent erklärten außerdem, dass sie sich durch Ausgabeaufschläge vom Kauf von Fonds und ähnlichen Anlageprodukten abgeschreckt fühlen.

Konservative Anlagestrategie und zu wenige Informationen

Dass viele deutsche Anleger sich trotz der Niedrigzinsphase nicht für risikoreichere Geldanlagen entscheiden, dürfte mit ihrem starken Sicherheitsbedürfnis zusammenhängen: So würden 40 Prozent ihre Anlagestrategie als konservativ und 25 Prozent als sicherheitsorientiert bezeichnen. Dem gegenüber stehen nur acht Prozent, die ihr Vorgehen gewinnorientiert ausrichten, und nur jeder Hundertste beschreibt sein Anlageverhalten als „risikobewusst“.

Viele Anleger nehmen bei sich selbst auch Informationsdefizite wahr: 28 Prozent fühlen sich nicht gut informiert, zwei Prozent sogar überhaupt nicht gut. Am liebsten informieren sich die Befragten bei einem Bankberater (72 Prozent), dann folgen Freunde, Bekannte und die Familie (43 Prozent) und Onlineangebote (37 Prozent). Auf TV-Ratgeber verlassen sich 31 Prozent und 25 Prozent greifen auf Fachzeitschriften zurück.

Quelle: Targobank

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!