Nullzinspolitik: 436 Milliarden Euro Zinseinbußen für Sparer

Zuletzt aktualisiert am 23.05.2017

Die Europäischen Zentralbank hat den zentralen Zinssatz mit null Prozent auf einen historischen Tiefstwert gesenkt. Diese Zinspolitik kommt deutsche Sparer einer aktuellen Rechnung nach teuer zu stehen. Mit immerhin 436 Milliarden Euro an Zinseinbußen tragen sie einen üppigen Teil der Last, die das günstige Kapital zum Ankurbeln der Konjunktur mit sich bringt.

Einer aktuellen Rechnung nach tragen deutsche Sparer im derzeitigen Nullzinsklima eine immense Last an Zinseinbußen. Der von der Europäischen Zentralbank auf den historischen Tiefststand von null Prozent gesenkte zentrale Zinssatz und das günstig verfügbare Kapital sollen die Konjunktur ankurbeln. Mit 426 Milliarden kommt diese Zinspolitik Sparer in Deutschland jedoch teuer zu stehen.

EZB bleibt bei Niedrigzinsen

Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, hält weiter an einem Kurs mit geringen Zinsen fest. 

Dass diese Politik deutsche Sparer viel Geld kostet, hat laut der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung jetzt eine aktuelle Rechnung der DZ Bank ergeben. Aus den Daten der Bundesbank und anderen Statistiken haben die Analysten das Maß der Zinseinbußen seit 2010 errechnet. Als Vergleichswert diente der Zeitraum zwischen 1998 und 2008. 

In der jetzt erhobenen Periode von 2010 bis 2016 sind den Deutschen nach Meinung der Bankexperten 344 Milliarden Euro an Zinsen entgangen. Für dieses Jahr rechnen sie mit weiteren 92 Milliarden Euro. Die insgesamt 436 Milliarden Euro schweren Einbußen kosten jeden Deutschen im Schnitt 5.317 Euro.

Zwiespalt des Niedrigzinses

Die guten Nachrichten der EZB-Politik werden in niedrigen Zinsen für Kredite deutlich. Wenn Sie diese Entwicklung bei der Suche nach Ihrem Kredit nutzen möchten, empfiehlt es sich, zunächst einen Kreditvergleich online durchzuführen. Ersparnisse für Kunden beziffert die DZ Bank im Zeitraum von 2010 bis 2017 auf 188 Milliarden Euro. Somit bleiben insgesamt 248 Milliarden Euro, 4.024 Euro pro Bürger, an Einbußen übrig. 

Laut Stefan Bielmeier, dem Chefökonom der DZ Bank, zahlen deutsche Sparer „einen üppigen Teil der Rechnung für die lockere Geldpolitik der EZB“. Mit dem zentralen Zinssatz von historisch niedrigen 0,0 Prozent soll die Konjunktur der Eurozone angekurbelt und der Zielwert von zwei Prozent Inflation erreicht werden. 

EZB-Präsident Draghi hatte erst im April bekundet, dass ein Festhalten an der Nullzinspolitik entscheidend für die europäische Dynamik der Inflation sei, die „weiterhin abhängig von der Fortsetzung unserer aktuellen Geldpolitik“ funktioniere. 

Entgegen seiner Argumentation, der Niedrigzins stütze den Wachstum und die Wirtschaft von Krisenländern, hagelt es Kritik seitens mancher Ökonomen. Niedrige und sinkende Preise würden der Konjunktur eher schaden und das Entstehen von Blasen, zum Beispiel beim Kauf von Immobilien, begünstigen. Auch die Banken zeigen sich kritisch und sehen die Risiken weiter zunehmen, während die Nutzen stagnieren.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Bitcoin Rekordkurs: Die Kryptowährung Bitcoin konnte ihren Wert seit März verdoppeln. Ein Bitcoin liegt erstmals bei mehr als 2.100 Dollar.
  • Daimler bleibt bei Diesel: Trotz der anhaltenden Diskussion um Fahrverbote hat der Daimler Entwicklungsvorstand Ola Källenius weitere Investitionen in Otto und Diesel angekündigt.
  • Euro hält Gewinne: Am Freitag lag die europäische Gemeinschaftswährung auf dem höchsten Stand seit November. Auch im Montagshandel hält der Euro die Gewinne weitestgehend.

Quellen: Zeit, Welt

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