Nur wenige Krankenkassen erhöhen Zusatzbeitrag

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.12.2016

Kurz vor Weihnachten rauchen in den gesetzlichen Krankenkassen alljährlich die Köpfe: Die Verwaltungsräte müssen über den Zusatzbeitrag für das kommende Jahr entscheiden. Geschenke werden bei den Sitzungen in der Regel nicht verteilt, aber der Großteil der Versicherten kann sich zumindest über einen gleichbleibenden Beitragssatz freuen.

Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen können aufatmen: Nach den kontinuierlichen Anstiegen in den vergangenen Jahren wird der Zusatzbeitrag 2017 weitgehend stabil bleiben. Nicht unerheblich daran beteiligt ist die Bundesregierung, die bereits vor einiger Zeit eine Sonderzahlung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beschlossen hat.

Beitrag für gesetzliche Versicherte im Schnitt bei 15,7 Prozent

Es gibt allerdings auch einige gesetzliche Krankenkassen, die ihren Zusatzbeitrag ungeachtet der großzügigen Zuwendung der Regierungskoalition anheben. Dies trifft jedoch auf weniger als jede zehnte Kasse zu. Für den Großteil der gesetzlich Krankenversicherten bleibt alles beim Alten. So frieren zum Beispiel die beiden größten gesetzlichen Krankenkassen, die Techniker Krankenkasse und die Barmer GEK, ihre Zusatzbeiträge ein. Der allgemeine Beitragssatz, den bei versicherungspflichtigen Erwerbstätigen jeweils zur Hälfte Arbeitgeber und Versicherte zahlen, wird 2017 weiterhin bei 14,6 Prozent liegen. Hinzu kommt der von den gesetzlichen Krankenkassen je nach Finanzbedarf individuell bestimmte Zusatzbeitrag, der im Schnitt 1,1 Prozent beträgt. Im Mittel bleibt der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung also bei 15,7 Prozent. Anhand dieses Werts können Versicherte einschätzen, ob ihre gesetzliche Krankenkasse möglicherweise Beiträge über der Norm verlangt.

Diese gesetzlichen Krankenkassen erhöhen den Zusatzbeitrag

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, werden folgende gesetzliche Krankenkassen im kommenden Jahr ihren Zusatzbeitrag anheben: Bergische Krankenkasse, die Betriebskrankenkassen (BKK) Faber-Castell, Freudenberg, Provita, VDN, ZF+Partner, Metzinger und Salus sowie die IKK Brandenburg. Auch die Mitglieder der AOK Plus Sachsen/Thüringen müssen sich laut „Ärzteblatt“ 2017 auf einen um 0,3 Prozent höheren Zusatzbeitrag einstellen. Trotzdem wird ihr Beitragssatz mit dann 15,2 immer noch unter dem Durchschnitt liegen. Erhöht eine gesetzliche Krankenkasse den Zusatzbeitrag, erhalten ihre Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht. Dies gilt allerdings nicht für freiwillig gesetzlich Versicherte mit einem speziellen Wahltarif zur Absicherung ihres Krankengelds.

 

Quellen: Handelsblatt, Ärzteblatt

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