OECD-Studie: Deutschland belastet Arbeitnehmer besonders stark

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.04.2018

In kaum einem anderen Land wird Arbeit so stark besteuert wie in Deutschland. Besonders hart trifft es einer Studie der OECD zufolge dabei Alleinstehende. Fast 50 Prozent ihres Arbeitseinkommens mussten Single-Haushalte als Steuern und Sozialabgaben abführen. Krankenkassenbeiträge, Rentenbeiträge, Einkommenssteuer und Co. machen damit einen so hohen Teil des Bruttoeinkommens aus wie fast nirgendwo sonst.

Insgesamt 35 Industrienationen sind in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vertreten. Die Organisation selbst hat jetzt erhoben, in welchen der Nationen die Abgabenlast für Arbeitnehmer besonders hoch ist. Dabei wird die Bundesrepublik nur noch von Belgien übertrumpft, alle anderen 33 Länder erheben teils deutlich geringere Abgaben und Steuern.

Abgaben für Familien und Alleinstehende über dem Schnitt

Unterschieden hat die OECD in ihrer Studie zwischen Single-Haushalten und Familien. Wer in Deutschland kinderlos und alleinstehend ist, muss 49,7 Prozent seines Einkommens beispielsweise in Form der Einkommensteuer an den Staat abführen. Darin enthalten ist bereits der Arbeitgeberanteil an den Sozialbgaben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 0,3 Prozentpunkten. Zum Vergleich: Der Schnitt aller OECD-Staaten liegt bei gerade einmal 35,9 Prozent.

Etwas besser sieht es hingegen für Familien aus. Ehepaare, die zwei Kinder haben, führen in Deutschland nur rund 34,5 Prozent ihres Arbeitseinkommens direkt an den Staat ab. Allerdings liegt die Bundesrepublik damit noch immer im oberen Drittel der OECD-Staaten. Und deutlich über dem Durchschnittswert von 26,1 Prozent. Klarer „Spitzenreiter“ bei der Abgabenhöhe für Familien ist Frankreich mit 39,4 Prozent. Die niedrigste Last fällt hingegen in Neuseeland an, wo im Schnitt nur 6,4 Prozent des Arbeitseinkommens von Familien abgeführt werden muss. Auch Chile und die Schweiz sind aus steuerlicher Sicht gute Adressen für Familien.

Zuschüsse für Familien steigen

Laut OECD sind in den vergangenen Jahren die finanziellen Zuschüsse für Familien mit Kindern in fast allen Staaten gestiegen. Insbesondere alleinerziehende Geringverdiener würden von den Erleichterungen profitieren. Teilweise erhalte diese Gruppe sogar mehr Zahlungen vom Staat, als sie an Steuern oder Abgaben abführen müsse.

Quelle: Spiegel

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