Oft Falschangaben zum Stromverbrauch von Geräten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.03.2016

Wie eine aktuelle Studie zeigt, liegt der Stromverbrauch vieler Haushaltsgeräte deutlich über den Angaben der Hersteller. Für Verbraucher bedeutet dies nicht vorhersehbare Mehrkosten. Daher fordern Experten eine einheitliche Prüfung, bei der die Einhaltung der Regeln zur Energieeffizienz kontrolliert wird.

Viele in der Europäischen Union (EU) verkaufte Haushaltsgeräte haben einen deutlich höheren Stromverbrauch als angegeben. Die Hersteller tricksen bei der Energieeffizienzklasse, um ihre Produkte für Verbraucher attraktiver zu machen. Das berichtet die „WAZ“ mit Bezug auf eine Studie, in der EU-weit Produkte getestet wurden.

Knapp 20 Prozent der Geräte mit zu hohem Stromverbrauch

Für das Projekt „MarktChecker“ haben sich 16 Umwelt- und Verbraucherverbände aus mehreren EU-Staaten zusammengetan und stichprobenartig die Energieeffizienz verschiedener Haushaltsgeräte überprüft. Aus Deutschland waren der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) vertreten. 18 von 100 getesteten Geräten – und damit knapp ein Fünftel – wiesen einen deutlich höheren Stromverbrauch auf, als die Hersteller angegeben hatten. Die ermittelte Abweichung betrug bis zu 30 Prozent. In der Studie wurden Geräte wie Lampen, Staubsauger und Waschmaschinen getestet. Da es sich nur um Stichproben handelt, können die Studienautoren aber keine Angaben dazu machen, welche Hersteller grundsätzlich gegen die EU-Effizienzvorgaben verstoßen.

Haushalten entstehen deutliche Mehrkosten für Strom

Nach Schätzungen der Studienautoren entstehen den privaten Haushalten in der EU durch die Differenz zwischen angegebenem und tatsächlichem Verbrauch Mehrkosten für Strom in Höhe von insgesamt mehr als zehn Milliarden Euro. Für den einzelnen Verbraucher sind bei manchen Einzelgeräten dadurch unvorhersehbare Mehrkosten im zweistelligen Euro-Bereich möglich. Zum Beispiel wurde ein Kühl-Gefrier-Gerät der Energieklasse A+++ getestet, das 19 Kilowattstunden mehr als angegeben verbrauchte. Bei einer Lebensdauer von zwölf Jahren bedeutet dies Mehrkosten von über 67 Euro. „Der Verbraucher wird damit an der Nase herumgeführt. Es wird unnötig Geld und Energie vergeudet und das Klima belastet“, kritisiert Robert Pörschmann vom BUND.

Forderung nach einheitlicher Prüfung für Haushaltsgeräte

Bisher obliegt es den Herstellern, die Energieeffizienz ihrer Produkte anzugeben. Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (Grüne), sieht daher das Risiko, dass Hersteller Falschangaben machen, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Aus diesem Grund fordert sie „ein unabhängiges oder staatliches Prüfsystem, bei dem neue Produkte nach einem realistischen Verfahren getestet werden.“ Wenn die Vorgaben eingehalten werden, bietet die Energieverbrauchskennzeichnung nämlich durchaus ein beachtliches Einsparpotenzial. Laut dem BUND-Experten Pörschmann könnte dann jeder Haushalt durch den gezielten Einsatz energieeffizienter Geräte im Durchschnitt 465 Euro im Jahr an Stromkosten sparen.

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