Online-Ratenkäufe: Banken befürchten Einbußen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.07.2016

Viele Banken befürchten Verluste im Kreditgeschäft durch von Online-Händlern angebotene Ratenkäufe. Diese Käufe sind in der Regel schneller und einfacher getätigt als die Aufnahme eines Kredits. Hintergrund sind weniger strengen gesetzlichen Vorgaben für den Kauf auf Pump direkt beim Händler.

Weil immer mehr Online-Shops ihren Kunden Ratenkäufe ermöglichen, fürchten viele Banken Einbußen im Kreditgeschäft. Der Bankenfachverband fordert deshalb, die gesetzlichen Vorgaben für Ratenkäufe und Kredite anzugleichen.

Weniger gesetzliche Hürden für Online-Ratenkäufe

Wer online zum Beispiel elektronische Geräte kauft, kann sich häufig dafür entscheiden, in Raten zu bezahlen. Das ist relativ schnell und einfach möglich – einfacher als die Aufnahme eines Online-Kredits, wo grundsätzlich eine Bonitätsprüfung erforderlich ist und der Kunde eine Unterschrift leisten muss. Der Bankenfachverband sieht sich deshalb den Online-Händlern gegenüber im Nachteil, weil diese weniger gesetzliche Vorgaben beachten müssen und die Ratenkäufe direkt mit der Warenbestellung anbieten können.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, fordert der Verband nun gleiches Recht für die beiden Geschäftsarten, weil er sie für identisch hält. In beiden Fällen könne der Kunde eine Ware erwerben und sie in Raten bezahlen. Die Finanzaufsicht Bafin sieht dies allerdings anders. In ihrem Merkblatt zum Kreditgeschäft erklärt sie, dass ein Verkäufer mit der Stundung des Kaufpreises keinen Kredit vergebe. Es handele sich vielmehr um einen atypisch ausgestalteten Kaufvertrag.

Online-Kreditgeschäft wird etwas vereinfacht

Durch die Konkurrenz aus dem Handel befürchten die Geldinstitute Einbußen in ihrem Online-Kreditgeschäft. Im vergangenen Jahr erreichten die Kreditbanken in diesem Bereich einen Zuwachs um ein Fünftel, das Neugeschäft mit Online-Krediten belief sich auf 5,8 Milliarden Euro. Inzwischen werden rund 20 Prozent der Kredite online aufgenommen, sodass die Konkurrenz durch die Händler tatsächlich für größere Verluste sorgen könnte. Geringfügige Erleichterungen im Kreditgeschäft gelten allerdings ab Juli 2016: Dann tritt eine EU-Richtlinie in Kraft, die es Bankkunden ermöglicht, ihre Identität auch per Video-Chat am Computer, Smartphone oder Tablet mit ihrem Ausweis nachzuweisen. Nach Zusendung einer Transaktionsnummer können sie dann auch elektronisch ihre Unterschrift leisten.

Quelle: FAZ

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