Online-Shopping bald sicherer – und komplizierter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.09.2015

Die europäische Bankenaufsicht will für das Bezahlen beim Online-Shopping ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal einführen. Der deutsche Handel und die Banken warnen davor, dass kleinere Online-Händler und klassische Geldhäuser durch die geplanten Änderungen benachteiligt werden könnten. Denn das Bezahlen dürfte für die Kunden weniger bequem werden.

Mit Phishing-Attacken und anderen Tricks gelingt es Cyberkriminellen immer wieder, Zugangs- und Zahlungsdaten von Girokonten und Kreditkarten auszuspähen.  Die europäische Bankenaufsicht will dem nun einen Riegel vorschieben und plant, das Bezahlen beim Online-Shopping sicherer – aber somit auch komplizierter – zu machen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) in Bezug auf eine Meldung der „Deutschen Presse Agentur“ (dpa).

Europäische Bankenaufsicht fordert zusätzliches Sicherheitsmerkmal

Nach den Plänen der europäischen Bankenaufsicht sollen Kunden beim Online-Shopping künftig mit zwei voneinander unabhängigen Bestätigungsmerkmalen bezahlen. Neben der PIN könnte künftig also auch eine TAN oder ein Fingerabdruck nötig sein, um eine Transaktion abschließen zu können. Das Bezahlen im Internet würde dadurch sicherer werden – gleichzeitig aber auch umständlicher. Online-Shopping-Plattformen, die als sicher gelten, sollen daher auf eine sogenannte Whitelist kommen. Beim Einkauf bei den dort gelisteten Anbietern könnte das zusätzliche Bestätigungsmerkmal wegfallen.

Neue Regeln beim Online-Shopping könnten kleinere Anbieter benachteiligen

Der Handelverband Deutschland warnt davor, dass vor allem kleinere Online-Händler einen Umsatzrückgang verzeichnen könnten, wenn das Online-Shopping bei ihnen weniger bequem werden sollte. Denn anders als große und bekannte Anbieter hätten diese weniger Chancen, auf die Whitelist zu kommen. Das kritisiert Ulrich Binnebößl, Zahlungsexperte des Handelsverbands. „Wir befürchten, dass das zum Nachteil für kleine Händler wird“, so Binnebößl gegenüber der dpa. Der Handelsverband Deutschland sei nicht abgeneigt gegen sicherere Zahlungsverfahren, doch man müsse die möglichen Folgen etwaiger Änderungen bedenken.

Auch Banken fürchten eine Benachteiligung 

Auch die Deutsche Kreditwirtschaft, in der unter anderem der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der Sparkassen- und Giroverband zusammengeschlossen sind, hat sich zu Wort gemeldet. Die heimischen Kreditinstitute fürchten, dass sich Kunden durch die neuen Zahlungsregeln beim Online-Shopping vermehrt neuen Bezahldiensten wie Paypal zuwenden und klassischen Geldhäusern den Rücken kehren könnten. „Bereits heute weist der kreditwirtschaftliche Sektor im Zahlungsverkehrsbereich eine Regulierungsintensität auf, die es den deutschen Kreditinstituten schwer macht, sich mit innovativen Lösungen etwa gegen Zahlungsdienstleister aus Luxemburg oder gegen IT-Dienstleister ohne ZAG-Lizenz [Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz] zu behaupten“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

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