Opel: Mögliche Übernahme durch Peugeot

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.02.2017

Der Global Player General Motors erwägt den Verkauf der Traditionsmarke Opel. Ein Abnehmer hat sich scheinbar im Rivalen PSA Peugeot Citroën gefunden. Obwohl sich die Gespräche bereits im fortgeschrittenen Stadium zu befinden scheinen, kam die Nachricht für Firmenchef Neumann und tausende Arbeitnehmer aus heiterem Himmel. Während Opel-Angestellte nun um ihre Arbeitsplätze bangen, sucht Peugeot das Gespräch mit der Landes- und Bundesregierung.

Ginge es nach dem amerikanischen Autokonzern General Motors, so würde bei Opel bald französisch zur Amtssprache werden. Die Traditionsmarke soll an die Groupe PSA und somit die Hersteller von Peugeot und Citroën verkauft werden. Opel-Chef Naumann scheint derweil von der Nachricht ebenso überrascht worden zu sein wie der Betriebsrat, die Gewerkschaft und tausende Arbeitnehmer. Die Mitarbeiter fürchten nun um ihre Arbeitsplätze und Peugeot bemüht sich um Gespräche mit der Regierung.

Der Autobauer vor großen Umbrüchen

Bisher haben die Opel-Mutter GM und PSA nur die generellen Gespräche über einen möglichen Wechsel eingestanden. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft zeigten sich ob der Meldungen übergangen. In einer schriftlichen Stellungnahme bezeichneten sie die potenziellen Verkaufsgespräche als „beispiellose Verletzung“ aller Mitbestimmungsrechte. Doch nicht nur Arbeitnehmervertreter bangen um Arbeitsplätze und ganze Werke. Experten aus der Automobilbranche sehen tausende Jobs im Umbruch oder Abbau begriffen. Im Zweifelsfall stünden allein im Stammwerk Rüsselsheim ein Drittel der Jobs zur Disposition. Insgesamt hat Opel mehr als 38.000 Mitarbeiter, von denen rund die Hälfte in Deutschland beschäftigt ist.

Auch aus der Politik kommen kritische Stimmen und der hessische Ministerpräsident wirkt angesichts der Entwicklung beim Traditionsunternehmen fassungslos. Bundeswirtschaftsministerin Zypries bezeichnete das Vorgehen als „inakzeptabel“. Am Mittwoch trafen sich die Chefin von General Motors Mara Barra und der Aufsichtsratsvorsitzende Opels Dan Ammann im Stammwerk Rüsselsheim. Nach eigenen Angaben sollen nun verschiedene Möglichkeiten der Kooperation und Expansion besprochen werden. Mit der Übernahme würde PSA zum größten europäischen Autobauer nach Volkswagen werden. Opel selbst hat als Europatochter seit 1999 keinen Gewinn mehr für GM erbracht.

Peugeot sucht das Gespräch

Vor einigen Jahren hatte es bereits Gespräche zum möglichen Verkauf von Opel gegeben, die jedoch vor Abschluss abgebrochen wurde. Seit einiger Zeit arbeiten Opel und Peugeot zusammen, um ihre Kosten zu senken. Optimistische Stimmen könnten sich nach der Übernahme ein profitableres Unternehmen vorstellen. Während im Allgemeinen jedoch eher Unsicherheit herrscht, versucht Renault die Zweifel zu zerstreuen. Konzern-Chef Carlos Tavares sucht dazu das Gespräch mit der Bunderegierung und den Gewerkschaften. Es ginge ihm darum, „ein Bündnis und eine Öffnung zu fördern“.

Quellen: Tagesschau.de, Spiegel.de, FAZ.net

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