Opel: Poker um Milliardensummen und Jobs

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.02.2017

Eine Woche nach Bekanntwerden der Übernahmepläne von Opel durch Peugeot-Citroën (PSA) herrscht weiter große Unsicherheit. Weder garantiert der französischer Konzern Arbeitsplätze noch Standorte und auch die Wut über den plötzlichen Verkauf ist noch nicht verraucht. Gewerkschaft und Regierung stoßen sich an der späten Einbeziehung und Branchenbeobachter sehen eher skeptisch in die Zukunft. Doch über das Schicksal der krisengeschüttelten Traditionsmarke wird zwischen General-Motors in Detroit und PSA in Paris entschieden.

Selbst die höchsten Ränge der Traditionsmarke traf die Nachricht wie aus heiterem Himmel: Seit nunmehr einer Woche sind die Übernahmepläne von Opel bekannt. Der französische Konzern Peugeot-Citroën steht in Verhandlungen mit der Opel-Mutter General Motors. Die Empörung über die fortgeschrittenen Pläne ist groß bei Gewerkschaft, Regierung und dem Traditionsunternehmen. Hinzu kommt, dass PSA bis jetzt weder Arbeitsplätze noch Standorte zusicherte und auch Branchenexperten zweifeln an einem rosigen Ausgang.

Ringen um den Joberhalt

Die Politik kämpft um Zugeständnisse und den Erhalt der Arbeitsplätze von mehr als 19.000 deutschen Beschäftigten bei Opel. Wirtschaftssekretär Matthias Machnig berichtet von konstruktiven Signalen in Gesprächen von GM und PSA, doch gibt es noch keinerlei Garantien oder Regelungen für die Erhaltung. Viele Branchenexperten sehen Opels Zukunft in Deutschland sowie jeden dritten Arbeitsplatz gefährdet.

Der Abbau von Arbeitsplätzen sei nach einer Übernahme die wirksamste Kostensenkungsmaßnahme, da zusätzliche Märkte oder Verkäufe unwahrscheinlich seien. In Regierungskreisen war die Kritik an der plötzlichen Verkündung ebenso groß wie unter Arbeitnehmervertretern. Auch die weitere Entwicklung dürfe laut Regierungsvertretern nicht auf Kosten von Standorten und tausenden Arbeitsplätzen gehen. Dies könnte jedoch schwierig werden mit einem Unternehmen, das seit 1999 keine Gewinne erzielen konnte.

Zukunft des Unternehmens

Der PSA-Chef soll im Falle der Übernahme an der Job-Garantie bis 2018 und den Investitionen in die Standorte bis 2020 festhalten. Weitere Entwicklungen sind noch völlig offen. Während Opel-Chef Neumann die Chance auf einen „europäischen Champion“ sieht, glauben Kritiker an massive Jobverluste.

Die Übernahme macht für den französischen Autoriesen nur Sinn, wenn die Verschmelzung mehr einbringt, als die Konzerne individuell erwirtschaften. GM dürfte in den Verhandlungen große Zugeständnisse machen, um die unrentable Tochter unterzubringen. PSA hatte im Zuge von Sanierungen der letzten Jahre zuletzt Gewinne erzielt – auch auf Kosten von rund 22.000 Jobs. Ohne neue Geschäftsfelder sehen Beobachter wenig Anlass zum Glauben an eine andere Entwicklung für Opel.

Quelle: Spiegel.de, Wirtschaftswoche, Focus.de 

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