Ost-Rentnern droht Altersarmut

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.11.2017

Renten-Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) schlagen Alarm: Jeder dritte ostdeutsche Rentner könnte im Jahr 2036 eine Rente beziehen, die unterhalb der Armutsgrenze liegt. Damit würde der prozentuale Wert der verarmten Rentner in Ostdeutschland massiv von derzeit 21 auf 36 Prozent ansteigen. Als arm gelten in der Untersuchung Rentner, die nur 60 Prozent oder weniger als die Durchschnittsrente beziehen.

Die Schere zwischen Arm und Reich macht auch vor dem Rentenalter nicht Halt: Im Jahr 2036 könnte jeder dritte Ost-Rentner eine Rente erhalten, die sich unter der Armutsgrenze befindet. Im Westen ist das Armutsrisiko deutlich geringer: Gelten derzeit noch rund 15 Prozent der Rentner als arm, sind es im Jahr 2036 rund 17 Prozent. Bei einer derzeitigen Durchschnittsrente von knapp 1.600 Euro gelten alle Rentenbezieher als arm, die maximal 958 Euro pro Monat aus der Rentenkasse erhalten.

Arbeitslosigkeit fördert Altersarmut

Die Studie des DIW hat aber nicht nur die Gefahr der Altersarmut errechnet, sondern auch die Ursachen der gestiegenen Gefahr untersucht. Schuld daran seien vor allem Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, Niedriglohnjobs und versicherungsfreie Jahre.

Johannes Geyer vom DIW teilte „MDR-Exakt“ hierzu mit: „Das trifft speziell Menschen in Ostdeutschland, die nach der Wende nicht so richtig Fuß gefasst haben auf dem Arbeitsmarkt. Da kulminieren viele dieser Risiken. In diesem Gebiet sehen wir das, dass in einem ganzen Gebiet bei den 'Wendeverlierern' in Anführungszeichen das Risiko für Altersarmut enorm ansteigen wird.“

Mindestlohn ist weiterer Faktor für Altersarmut

Besorgniserregend ist dabei aber auch, dass nicht nur zeitweilig arbeitslosen Personen die Altersarmut droht. Selbst Menschen, die ihr Leben lang durchgehend gearbeitet haben, kommen im Alter mit ihrer Rente oft nicht über die Armutsgrenze hinaus. Betroffen seien hiervon Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die heute lediglich den Mindestlohn oder minimal mehr Geld verdienen. Ihre eingezahlten Rentenbeiträge sind sehr gering, sodass auch die spätere Rentenauszahlung entsprechend niedrig ausfällt.

Ein weiteres Problem: Viele der heutigen Arbeitnehmer, die lediglich für den Mindestlohn arbeiten, haben trotz Vollzeitjob schlicht keine finanziellen Mittel, um zusätzlich privat für das Alter vorzusorgen. Konkrete Lösungsansätze für die Bekämpfung der Altersarmut nennt die Studie nicht.

Quellen: Focus Online, mdr

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