Paradoxe finanzielle Situation vieler Deutscher

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.11.2016

Wenn es um die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation geht, zeichnen die Bundesbürger ein durchaus ambivalentes Bild. Einerseits behaupten sie, ihre Finanzen gut unter Kontrolle zu haben. Auf der anderen Seite hat allerdings auch jeder fünfte Deutsche Probleme, seine Schulden zu bezahlen.

Es klingt paradox: Mit 90 Prozent glaubt die überwältigende Mehrheit der Deutschen, ihre finanzielle Situation gut unter Kontrolle zu haben, gleichzeitig haben allerdings 39 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Rechnung nicht rechtzeitig beglichen. Die Hauptgründe für den Zahlungsverzug waren Vergesslichkeit und Ebbe auf dem Girokonto. Dies geht aus einer repräsentativen Studie des Inkassodienstleisters Intrum Justitia hervor.

Zufriedenstellend ist die eigene finanzielle Situation nicht immer

Dass die Bundesbürger meinen, ihre finanzielle Situation unter Kontrolle zu haben, bedeutet allerdings nicht, dass sie damit auch zufrieden sind. Knapp ein Viertel klagt, dass ihnen Geld für eine würdige Existenz fehlt. Tatsächlich haben aktuell 21 Prozent der Deutschen Probleme, ihre Schulden zu bezahlen. Im internationalen Vergleich geht es den Deutschen damit jedoch noch vergleichsweise gut: „Das ist im europäischen Vergleich sogar ein guter Wert", so Patrick Kriegel, Vertriebsleiter bei Intrum Justitia Deutschland. Insgesamt befanden sich immerhin 41 Prozent der Bundesbürger schon einmal in einer solchen misslichen Lage.

Dennoch herrscht gedämpfter Optimismus: 42 Prozent glauben an eine bessere Zukunft, immerhin vier Prozent mehr als noch im Vorjahr. Parallel sank der Anteil der Pessimisten sogar um sieben Prozent. Trotzdem denken immer noch 38 Prozent, dass eine Verbesserung ihrer finanziellen Situation nicht in Sicht ist.

Finanzielle Situation erlaubt ungeplante Ausgaben nur in gewissem Rahmen

Dem gegenüber stehen allerdings auch 59 Prozent der Deutschen, die offenbar keine Probleme mit Schulden haben. Ganz im Gegenteil, sie sparen sogar regelmäßig für Unvorhergesehenes, Reisen, den Ruhestand oder um sich bestimmte Konsumwünsche zu erfüllen. In Sparstrümpfen, auf Tagesgeldkonten, Sparbüchern etc. parken sie pro Monat durchschnittlich 341 Euro. Schulden müssen sie daher nicht unbedingt machen, wenn ungeplante Ausgaben anstehen – allerdings nur in einem gewissen Rahmen. „Unsere Daten zeigen auch, dass nur 55 Prozent der befragten Deutschen in der Lage wären, eine unvorhergesehene Rechnung von 1.100 Euro zu begleichen, ohne sich Geld zu leihen“, sagt Kriegel.

Die Befragten, die Schulden machen müssen, um Verbindlichkeiten zu begleichen, vertrauen sich eher ihrer Bank an und nutzen einen Kredit als im privaten Umfeld Geld zu leihen. Schulden bei Freunden zu machen, kommt nur für 30 Prozent infrage und auch innerhalb der Familie sind die Bedenken nur unwesentlich geringer (36 Prozent). Von der Bank würden sich hingegen 47 Prozent Geld leihen.

Quelle: Intrum Justitia

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