Parteien nutzen Facebook-Werbung zur Europawahl

Zuletzt aktualisiert am 27.05.2019

Die Europawahl steht kurz bevor – und die Parteien lassen sich immer neue Strategien einfallen, um ihre Wähler zu überzeugen. Ganz vorn mit dabei: die Werbung in sozialen Netzwerken wie Facebook.

Dabei fällt auf, dass von den Parteien vorwiegend unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden sollen. Auch die thematisierten Inhalte und das investierte Werbebudget variieren stark.

Verschiedene Zielgruppen und Themen im Fokus

Mit Facebook zu werben, wird auch in der Politik immer beliebter. Dank eines speziellen Werbetools können die geschalteten Anzeigen auf die gewünschte Zielgruppe abgestimmt werden (das sogenannte „Targeting“). Schon in diesem Bereich zeigt sich, dass die Parteien unterschiedliche Strategien verfolgen. Die CDU und die Grünen nutzen das Geo-Targeting, das auf Nutzer in einem bestimmten Gebiet Deutschlands zielt. Auch die FDP hat diese Strategie im Programm; an erster Stelle steht jedoch das geschlechtsspezifische Targeting, wobei die Werbung konkret Männern oder Frauen gezeigt wird.

Die SPD wendet diese Strategie ebenfalls in über zwei Dritteln aller Werbeanzeigen bei Facebook an. Natürlich unterscheiden sich auch die thematischen Bezüge. Die Grünen überraschen hier wenig und entscheiden sich häufig für einen Bezug zu Umweltschutz und Klimawandel. Bildungsthemen stehen auf Platz 1 der FDP-Werbethemen, während in der SPD ein Themenkomplex aus Wirtschaft, Steuern, Klimawandel und dem Problem der Arbeitslosigkeit dominiert. Die Linke berichtet häufig über Wirtschaft und Wohnen sowie die Energieversorgung, die AfD ebenfalls über Wirtschaft, aber auch Bildung und Migration.

Auch Investitionen unterscheiden sich

Für die Facebook-Werbung greifen vor allem die SPD und die CDU/CSU tief in die Tasche. Erstere investierten laut Facebook-Werbebericht 256.000 Euro, Zweitere immerhin noch 238.000 Euro. Im Mittelfeld befinden sich Parteien wie die Grünen und die FDP mit 112.000 Euro bzw. 101.000 Euro. Auf dem letzten Platz liegt die AfD mit 9.600 Euro.

Auch zeigen sich starke Unterschiede bei der Investition pro Werbeanzeige. So gab die CSU durchschnittlich 2.000 Euro und mehr für eine einzige, geschaltete Anzeige aus. Die SPD hingegen kommt auf einen Schnitt von weniger als 20 Euro pro Werbe-Posting. Das ergibt sich dadurch, dass die CSU ihr Werbebudget auf nur rund 20 Anzeigen verteilte, die SPD hingegen über 1.000 kleine Postings vornahm. Welche Strategie sich letztlich auszahlt bzw. welche Partei am meisten überzeugen kann, wird die Wahl am kommenden Sonntag zeigen.

Quelle: spiegel.de

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