Pflege von Angehörigen lässt sich für die Rente anrechnen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.05.2018

Die Pflege von Angehörigen ist nicht selten ein Vollzeitjob. Angehörige, die ihre Eltern Zuhause pflegen, müssen daher oft ihren Job aufgeben oder zumindest einschränken. Das hat nicht nur direkte, finanzielle Auswirkungen in Form von Einkommensverlust, sondern wirkt sich auch auf die spätere Rente aus. Weil die Pflegenden keine Beiträge in die Rentenkasse einzahlen, sinkt ihr Anspruch im Alter theoretisch erheblich.

Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund erklärt, gibt es hierfür allerdings einen Ausgleich. Spätestens seit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz aus dem Jahr 2017 sieht der Gesetzgeber die ehrenamtliche Pflege bei der Rente wie Erwerbsarbeit an. Die dafür eigentlich zu zahlenden Rentenbeiträge leistet wiederum die Pflegekasse des Gepflegten. Das gilt allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Mindestens zehn Stunden pro Woche

Die Pflege von Angehörigen ist für die Pflegenden ohnehin schon mit einer hohen Belastung verbunden. Um zumindest die finanziellen Auswirkungen mit Blick auf die Rente zu reduzieren, kann die ehrenamtliche Pflegearbeit angerechnet werden. Allerdings lässt das der Gesetzgeber nur zu, wenn die Pflege tatsächlich entgeltfrei übernommen wird. Zudem müssen Angehörige nachweislich mindestens zehn Stunden an wenigstens zwei Tagen in der Woche für die Pflege aufwenden – in häuslicher Umgebung.

Wer mehrere Personen pflegt, der kann auch zusammengerechnet auf die Mindestzeit kommen. Wichtig ist zudem, dass beim Pflegebedürftigen mindestens der Pflegegrad Zwei festgestellt wurde. Zudem darf neben der Pflege zwar eine erwerbsmäßige Tätigkeit ausgeübt werden, das aber maximal 30 Stunden in der Woche.

Höhe der Anrechnung vom Umfang abhängig

Die Höhe der Rentenbeiträge richtet sich nach dem Pflegegrad des Pflegebedürftigen und nach dem Umfang, in dem professionelle Pflegedienste bei der Versorgung helfen. Als Faustregel gilt: Je höher der Pflegegrad und je weniger professionelle Unterstützung, desto mehr Rente bekommen Pflegende für ihre Tätigkeit.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, RP-Online

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