Pflegebedürftigkeit: Viele meiden das Thema

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.11.2016

Laut einer aktuellen Umfrage setzen sich die Deutschen nur ungern mit der Möglichkeit ihrer eigenen Pflegebedürftigkeit auseinander. Auch die Neuerungen durch die Pflegereform interessieren sie wenig. Ihre private Absicherung empfinden viele Befragte zwar als nicht ausreichend, doch häufig scheitert sie an den Kosten.

Kaum jemand macht sich gerne Gedanken über unangenehme Ereignisse, die die Zukunft mit sich bringen könnte. Für viele Bundesbürger gehört auch das Thema einer potenziellen eigenen Pflegebedürftigkeit offenbar dazu. Zumindest zeigt eine Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK), dass die ab Januar 2017 geltenden Änderungen durch die Pflegereform gut der Hälfte der Deutschen gar nicht bekannt sind. Auch an das Thema Pflegeversicherung verschwenden viele deutsche Verbraucher nur wenig Gedanken.

Neuerungen durch die Pflegereform sind vielen nicht bekannt

51 Prozent der Befragten gaben an, von den Neuerungen im Rahmen der Pflegereform nichts zu wissen – obwohl diese schon zum Jahreswechsel in Kraft treten. 38 Prozent haben davon gelesen oder gehört und nur elf Prozent haben sich aktiv über das Thema informiert. Der Fall der eigenen Pflegebedürftigkeit ist anscheinend ein Szenario, über das die Bundesbürger nicht gerne nachdenken. Vier von zehn Befragten haben sich dazu noch nie Gedanken gemacht, unter den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar 61 Prozent. Zwei Drittel der Menschen, die in einer Beziehung leben, haben sich schon mit dem Thema beschäftigt, unter Singles ist es dagegen mit 53 Prozent nur gut die Hälfte.

Mangelnde Vorsorge für den Fall der Pflegebedürftigkeit

Dass die eigene Vorsorge zu wünschen übrig lässt, ist vielen Verbrauchern bekannt: Zwei Drittel glauben, dass sie für den Fall einer Pflegebedürftigkeit nicht ausreichend abgesichert sind. Dabei wissen 96 Prozent, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der dann anfallenden Kosten decken würde. Die Gründe für die mangelnde Vorsorge sind meist finanzieller Natur. Ganze 68 Prozent sorgen aus Kostengründen nicht privat für den Fall der Pflegebedürftigkeit vor, mit 73 Prozent trifft das besonders häufig auf Frauen zu. 45 Prozent glauben, dass sie im Ernstfall Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld erhalten würden, und 41 Prozent haben sich mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt. Erstaunlich ist, dass sich knapp ein Drittel dennoch auf den Staat verlässt. Gut ein Fünftel der Befragten hat augenscheinlich großes Vertrauen in die eigene Gesundheit: 21 Prozent halten es für unwahrscheinlich, dass sie zum Pflegefall werden. 

Quelle: Techniker Krankenkasse

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