PKV: Beitragserhöhungen im zweistelligen Bereich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.10.2016

Zwei Drittel der Privatversicherten in Deutschland drohen 2017 massive Beitragserhöhungen. In der Spitze sind Steigerungen um ein Viertel der bisherigen Prämien möglich. Auch Inhaber privater Krankenzusatzversicherungen sind zum Teil betroffen. Schuld ist laut PKV-Verband die Niedrigzinspolitik der EZB.

Rund sechs Millionen privat Krankenversicherte müssen sich im kommenden Jahr auf deutliche Beitragserhöhungen im zweistelligen Bereich einstellen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, werden die Tarifsteigerungen bei durchschnittlich elf Prozent liegen. Die Beitragserhöhungen sollen von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ausfallen. Für Privatversicherte könnte sich daher unter Umständen ein Wechsel der privaten Krankenversicherung im kommenden Jahr rechnen.

Beitragserhöhungen treffen zwei Drittel der Privatversicherten

In Einzelfällen sollen die Prämien um bis zu 25 Prozent steigen können. „Zusatzkosten in Höhe von 50 Euro im Monat und mehr sind möglich“, berichtet die „FAZ“ unter Berufung auf informierte Kreise. Die Beitragserhöhungen werden knapp zwei Drittel der 8,8 Millionen Privatversicherten in der Bundesrepublik treffen. Der Zeitung zufolge wurden Politik und andere Entscheidungsträger bereits in den vergangenen Wochen vom Verband der Privaten Krankenversicherungen über die massiven Beitragserhöhungen zum Beginn des Bundestagswahljahres 2017 in Kenntnis gesetzt. Die Versicherten werden darüber ab November durch die dann anstehenden Tarifmitteilungen in Kenntnis gesetzt werden.

Nullzinspolitik hauptverantwortlich für Beitragserhöhungen

Die deutlichen Beitragserhöhungen führt die Branche auf zwei Faktoren zurück. Zum einen sei es zu Kostensteigerungen für die medizinische Versorgung gekommen. Entscheidender dürfte allerdings die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sein, die den privaten Krankenversicherern bereits seit geraumer Zeit stark zusetzt. „Ohne die Auswirkungen der Niedrigzinsen wäre die PKV-Beitragsentwicklung auch in diesem Jahr unauffällig“, so Leidenbach. Für ihre milliardenschweren Rückstellungen erhalten die Versicherer seit einigen Jahren kaum noch Zinsen. Daher sind neben Privatversicherten auch Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit privaten Krankenzusatzversicherungen, die mit verzinslichen Altersrückstellungen arbeiten, von Beitragserhöhungen betroffen. Rund ein Zehntel der rund 25 Millionen Besitzer einer Krankenzusatzversicherung müsse sich auf höhere Versicherungsprämien einstellen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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