Preisblase bei Neuwagen: Rabattwelle sorgt für einmalig günstige Neuwagen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.01.2018

Der deutsche Automarkt wirbt seit Bekanntwerden des Abgasskandals und der damit einhergehenden Konsequenzen für die Dieseltechnologie mit hohen Rabatten und Diesel-Eintauschprämien. Das registriert das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Die Preisnachlässe betrugen im Dezember 2017 demnach 53 Prozent mehr als noch im Januar 2010, als die Erhebung des CAR startete. Chef Ferdinand Dudenhöffer warnt dabei vor eine Blase, die im Laufe des Jahres platzen könnte.

Es sind erst einmal gute Nachrichten für alle diejenigen, die momentan mit dem Autokauf liebäugeln: Die gewährten Nachlässe auf Neufahrzeuge sind dank Diesel-Eintauschprämie und weiterer Rabatte so hoch wie nie innerhalb der letzten Jahre. Wie die Universität Duisburg-Essen an ihrem Center Automotive Research (CAR) nun herausfand, liegen die Ermäßigungen ganze 53 Prozent höher als noch im Januar 2010. Ferdinand Dudenhöffer, Chef des CAR, warnt allerdings vor zu viel Euphorie: Bei der Preisschlacht könnte längst eine Blase entstanden sein, die zu platzen droht.

Vorzieheffekte statt steigender Nachfrage

Konkret mahnt Dudenhöffer an, dass die hohen Rabatte vor allem dazu führen, dass Käufer eine ohnehin geplante Anschaffung früher tätigen, aber keinesfalls die tatsächliche Nachfrage gesteigert wird: „Deutschland ist ein gesättigter Markt. Damit entsteht bei hohen Rabatten keine Zusatznachfrage, sondern Vorzieheffekte, die im zweiten Halbjahr 2018 und darüber hinaus beobachtbar sein werden.“ Auch der Gebrauchtwagen- und Leasingmarkt leidet unter dem Vorgehen. Denn diese Alternativangebote werden aufgrund der attraktiven Neuwagenpreise weniger in Anspruch genommen.

Besonders Ford trieb im Dezember mit seinem eigenen Umweltbonus die Rabattaktion auf die Spitze. Auf den Ford Focus beispielsweise wurden satte 42,1 Prozent Preisnachlass gewährt, beim Ford C-Max waren es noch 38,1, beim Fiesta 34,4 Prozent. Der Umwelt hilft das indes nicht: Zwar könnten die Eintauschprämien bis zu 1,15 Millionen veraltete Dieselfahrzeuge von der Straße nehmen, gleichzeitig wurden aber schon jetzt 1,3 Millionen Diesel neu zugelassen. Diese Euro-6-Diesel haben zwar einen reduzierten Stickoxid-Ausstoß, belasten die Luft in Ballungszentren aber nach wie vor deutlich.

Potenzielle Käufer profitieren, wenn sie schnell handeln

Bei aller berechtigten Kritik bedeutet die aktuelle Entwicklung aber zunächst einmal eine komfortable Situation für Kaufinteressenten von Neuwagen. Denn diese können dank der Rekordtiefpreise deutlich sparen. In Kombination mit dem idealen Autokredit lässt sich der Kaufpreis mühelos um ein Drittel reduzieren.

Wer hiervon profitieren möchte, sollte sich mit einer Entscheidung allerdings nicht mehr lange aufhalten. Denn platzt die Blase tatsächlich im Laufe des Jahres, kann es mit dem Neuwagen zum Sparpreis schnell vorbei sein.

Quellen: faz.net, web.de, Automobilwoche, Augsburger Allgemeine

Einmal monatlich Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!