Preiserhöhungen bei Girokonten sind oft unwirksam

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.11.2016

Preiserhöhungen, über die Banken und Sparkassen ihre Kunden informieren, können oft unwirksam sein. Erfüllt die Information bestimmte Kriterien nicht, müssen Bankkunden die Erhöhung nicht hinnehmen. Auch zu viel gezahlte Gebühren lassen sich dann nachträglich zurückfordern.

Gerade in der Niedrigzinsphase kommt es bei vielen Banken und Sparkassen zu Preiserhöhungen für Dienstleistungen rund um das Girokonto. Kürzlich erklärte Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), dass er in den kommenden Jahren mit flächendeckenden Kontogebühren rechnet. Viele Bankkunden können sich aber erfolgreich gegen die Gebühren wehren. Denn nicht selten machen die Institute bei der Information darüber Fehler.

Geldinstitute müssen korrekt über Preiserhöhungen informieren

Wie das Projekt „Marktwächter“ der Verbraucherzentrale mitteilt, müssen die Kreditinstitute mit ihrer Mitteilung an die Kunden zwei Kriterien erfüllen, ohne die die Preiserhöhungen unwirksam sind: Die Bankkunden müssen mindestens zwei Monate vor Inkrafttreten der Änderung darüber informiert werden und die Bank muss sie darauf hinweisen, dass sie die Möglichkeit zu einer fristlosen und kostenfreien Kündigung haben. Carmen Friedrich, Teamleiterin Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Sachsen, erklärt: „Verschiedene Verbraucherbeschwerden zeigen, dass Kreditinstituten bei dem Hinweis auf die Kündigungsmöglichkeit Fehler unterlaufen. Vor allem der Hinweis, dass das Kündigungsrecht kostenlos ist, wurde in manchen der Fälle vergessen.“

Bankkunden können unter Umständen Geld zurückfordern

Wenn die beiden Hinweise nicht in der Mitteilung enthalten sind, werden die Preiserhöhungen dadurch unwirksam. Bankkunden müssen dann die höheren Gebühren nicht hinnehmen. Bereits gezahlte Beträge können sie außerdem zurückfordern. Das Marktwächter-Team hat bereits ein Geldinstitut erfolgreich abgemahnt. Dort wurden die monatlichen Kontoführungsgebühren erhöht, ohne die Bankkunden in der Mitteilung auf ihr kostenloses Kündigungsrecht aufmerksam zu machen. Nun können Betroffene die zu viel gezahlten Gebühren zurückverlangen. Carmen Friedrich hält es für wahrscheinlich, dass noch weitere Kunden betroffen sind: „Wir vermuten, dass auch andere Kreditinstitute nicht richtig informiert haben. Wer also genau hinschaut und die Informationen der Banken und Sparkassen studiert, kann Geld sparen oder zu viel Gezahltes zurückfordern.“ 

Quelle: Marktwächter

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