Privat versichert: Beitragserhöhungen in 2016

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.12.2015

Wer privat versichert ist, muss 2016 mit zum Teil erheblichen Beitragserhöhungen rechnen. Grund hierfür sind unter anderem die anhaltenden Niedrigzinsen, die die Kalkulation der Versicherer aus dem Gleichgewicht bringen. Außerdem führen die verpflichtenden Unisex-Tarife zu Veränderungen bei der privaten Krankenversicherung.

Wer privat versichert ist, wird demnächst wahrscheinlich steigende Beiträge hinnehmen müssen: Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, bereiten sowohl die aktuellen Niedrigzinsen als auch die Einführung der Unisex-Tarife den Versicherern Probleme. Beitragsanpassungen sind vielfach die Folge.

Privat versichert: Niedrigzinsen lassen Beiträge steigen

Wer privat versichert ist, zahlt als jüngerer Kunde zunächst Beiträge, die höher sind als die beanspruchten Leistungen. Dadurch entsteht ein Überschuss, der in die Altersrückstellungen fließt und von den Versicherern angelegt wird. So schaffen die Versicherten eine Grundlage für die Leistungen, die sie im Alter von ihrer privaten Krankenversicherung (PKV) benötigen werden, und verhindern, dass die Beiträge dann extrem ansteigen müssen. Durch die aktuell niedrigen Zinsen finden sich aber keine attraktiven Anlagemöglichkeiten. Der Rechnungszins, mit dem die Versicherer kalkulieren, muss deshalb abgesenkt werden. Bislang lag er bei 3,5 Prozent, mittlerweile sind 2,75 Prozent üblich. Wenn der Rechnungszins sinkt, müssen die Beiträge entsprechend erhöht werden, da sonst keine ausreichenden Altersrückstellungen gebildet werden können.

Unisex-Tarife belasten Versicherer

Zum 1. Januar 2013 wurden die Unisex-Tarife eingeführt, wodurch Versicherer bei neuen Policen keine unterschiedlich hohen Beiträge mehr für Männer und Frauen erheben dürfen. Seitdem entsprechen die Beiträge dem Mittelwert aus den vormals unterschiedlichen Beitragsniveaus für Freuen und Männer. Da Frauen aber im Durchschnitt mehr Leistungen in Anspruch nehmen, sind ihre Tarife auf lange Sicht möglicherweise so zu günstig kalkuliert. Gleichzeitig sorgt die Einführung der Unisex-Tarife dafür, dass weniger Menschen, die privat versichert sind, ihre Assekuranz wechseln. Denn selbst wenn sie mit ihrem alten Versicherer unzufrieden sind, lohnt ein Wechsel sich meist nicht, da sie dabei als Neukunde in einen für sie meist Unisex-Tarif fallen.

Der daraus resultierende Rückgang der Kündigungszahlen ist paradoxerweise von Nachteil für die Versicherer: Denn bei einer Kündigung verbleiben die Altersrückstellungen des Versicherten als sogenannte Stornogewinne beim Versicherungsunternehmen und können für die anderen Kunden verwendet werden. Die fehlenden Gewinne, die aber bereits von den Versicherern einkalkuliert waren, müssen nun ebenfalls über Beitragsanpassungen ausgeglichen werden. So sind neben den Niedrigzinsen auch die Unisex-Tarife ein Grund für die steigenden Beiträge bei vielen Versicherern.

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