Private Versicherer fordern Veränderungen im Versicherungswesen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.08.2017

In den privaten Krankenversicherungen (PKV) werden Stimmen laut, welche neue gesetzliche Regeln für die Versicherungsbeiträge fordern. Durch eine Regelung können private Krankenversicherungen ihre Beiträge nur anheben, wenn sogenannte auslösende Faktoren vorliegen. Dadurch könne der Eindruck entstehen, dass die Beiträge besonders teuer seien, so der Vorstand der PKV Debeka. Parallel dazu wollen Hamburger Gesetzgeber dafür sorgen, dass Beamte zukünftig auch in gesetzliche Krankenkassen eintreten dürfen. Dies würde massive Erhöhungen der Beiträge nach sich ziehen.

Die Versicherungsbeiträge sind derzeit ein heiß diskutiertes Thema bei den privaten Versicherern. Da diese ihre Beiträge nur nach auslösenden Faktoren anheben dürfen, entsteht für Versicherte oft der Eindruck, die Beiträge in den Versicherungen stiegen übermäßig stark an. Außerdem sollen Beamte in Hamburg zukünftig selber ihre Versicherung wählen dürfen. Die PKV sind beitragstechnisch sehr abhängig von den Beamten sowie deren Familien und fürchten nun einen starken Anstieg der Mitgliedsbeiträge in naher Zukunft.

Erhöhungen der Beiträge angeblich weniger stark als bei den Krankenkassen

Laut dem Vorstand der Debeka vermitteln die unregelmäßigen Beitragserhöhungen den Eindruck, dass die private Krankenversicherung besonders teuer sei. Das Problem liegt hierbei darin, dass eine Anhebung erst erfolgen darf, wenn die Leistungen in einem Tarif nachweislich um mindestens zehn oder fünf Prozent höher liegen als ursprünglich kalkuliert. Das führte dazu, dass Beitragserhöhungen über Jahre hinweg ausblieben. In dem Jahr, in welchem diese Grenze schließlich gesprengt wurde, mussten die Versicherten einen sprunghaften Anstieg der Beiträge hinnehmen.

Eine Studie des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) ergab, dass die Beiträge der PKV sogar langsamer stiegen als die Beiträge der Krankenkassen. In den Jahren 2006 bis 2015 stieg der Gesamtdurchschnitt der Beiträge der PKV um 2,2 Prozent – der der gesetzlichen sogar um 3,7 Prozent. Auch Ältere müssen in den PKV kaum höhere Beiträge zahlen als jüngere Versicherte.

Werden Beamte bald selbst über ihre Versicherung entscheiden?

Beamte sind bisher die wichtigsten Versicherten der PKV. Nun möchte eine Hamburger Initiative erreichen, dass diese zukünftig selber über ihre Versicherung entscheiden dürfen.  Bisher erhalten Beamte einen Teil ihrer Krankheitskosten erstattet und müssen den Rest über eine PKV regeln. Besonders für chronisch Kranke oder Familien mit Kindern ist diese Regelung sehr teuer. Die PKV befürchtet nun, dass die Zahl der Versicherten deutlich sinken wird – und die Beiträge somit steigen werden.

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Spiegel, Focus, Finanzen.net

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