Zahl an Privatinsolvenzen bei Rentnern steigt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.03.2015

Eine aktuelle Statistik zeigt, dass Rentner immer mehr Privatinsolvenzen beantragen. Die Altersarmut scheint sich in Deutschland auszuweiten, während Unternehmen und die breite Bevölkerung finanziell immer stabiler dastehen. Ohne eine ausreichende private Altersvorsorge riskieren viele Menschen ihren Lebensunterhalt im Alter - doch das muss eigentlich nicht sein.

Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr Privatinsolvenzen von Rentnern beantragt als jemals zuvor. Dies ergab eine Auswertung, die dem Wirtschafts- und Bonitätsinformationsdienstleister Bürgel vorliegt. Immer mehr Senioren sind folglich von Altersarmut betroffen und können ihren finanziellen Verpflichtungen nicht ausreichend nachkommen. Diese Entwicklung steht damit im Gegensatz zu der bei Insolvenzen von Unternehmen und den restlichen Bürgern: In diesen Bereichen sind die Zahlen rückläufig.

Altersarmut hat verschiedene Ursachen

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass es in der Altersgruppe der über 61-Jährigen zu einer deutlichen Zunahme an Privatinsolvenzen gekommen ist. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der angemeldeten Zahlungsunfähigkeiten in dieser Bevölkerungsgruppe 2014 um 13,9 Prozent auf 10.683 Fälle. Bereits 2013 war die Anzahl der aufgrund von Altersarmut zahlungsunfähigen älteren Menschen um 8,4 Prozent gewachsen. Die genauere Analyse der möglichen Grunde für diese Entwicklung ergab, dass die Hauptursachen für eine Überschuldung im Alter auf folgende Faktoren zurückgeführt werden können:

  • Krankheiten
  • gescheiterte Selbstständigkeiten
  • sinkendes Rentenniveau.

 

Das sinkende Rentenniveau spielt bei der Ausbreitung von Altersarmut eine wichtige Rolle. Zusätzlich zu den sinkenden Versorgungsansprüchen würden steigende Steuern und Sozialabgaben die Renteneinkommen weiter belasten. Auch der wachsende Niedriglohnsektor wirke sich auf das Risiko für Privatinsolvenzen älterer Menschen aus. Ein geringes Einkommen erschwert den Aufbau ausreichender Rentenansprüche. Ohne eine zusätzliche private Altersvorsorge ist es häufig nicht möglich, den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Allerdings sind zahlreiche klassische Sparanlagen stark vom niedrigen Zinsniveau betroffen. Bessere Chance kann eine Altersvorsorge in Form von Fondssparplänen oder die staatlich geförderte Riester-Rente bieten.

Anzahl der Privatinsolvenzen grundsätzlich rückläufig

Der negativen Entwicklung bei den Insolvenzen aufgrund von Altersarmut stehen positive Meldungen aus Wirtschaft und der breiten Bevölkerung gegenüber. Durch steigende Gehälter, sinkende Arbeitslosigkeit und eine niedrige Inflationsrate sank die Gesamtzahl der Privatinsolvenzen 2014 um 4,9 Prozent. Insgesamt meldeten im letzten Jahr 86.900 Verbraucher ihre Zahlungsunfähigkeit an. 2010 wurden noch 110.000 Privatinsolvenzen registriert. Unternehmensinsolvenzen nahmen aufgrund der momentan guten wirtschaftlichen Bedingungen sogar um 8,9 Prozent ab, errechnete die Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

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