Privatkunden werden für Banken zunehmend zum Verlustgeschäft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.09.2017

Einer aktuellen Studie zufolge werden Privatkunden zunehmend zum Verlustgeschäft für deutsche Banken. Den Berechnungen des finanzspezialisierten Beratungsunternehmen zeb zufolge sinken die Erträge aus dem Privatkundengeschäft auch in den kommenden Jahren. Doch während sich die Institute im Kampf um Neukunden aggressiv zeigen, schrumpft der Kuchen, um den gekämpft wird. Kunden könnten künftig von diesem Wettbewerb profitieren.

Der Ton im Privatkundengeschäft deutscher Banken wird rauer – zumindest zwischen den Kreditinstituten. Diese müssen im stärker werdenden Wettbewerb um Neukunden kämpfen, während sie daraus ihre Vorteile ziehen können. Das Geschäft mit ihnen wird für Banken allerdings immer teurer. Einer aktuellen Studie des auf die Finanzbranche spezialisierten Beratungsunternehmens zeb zufolge sinken die Erträge im Privatkundengeschäft auch in den kommenden Jahren.

Weitere Sparmaßnahmen in Sicht

Die Finanzexperten des Beratungsunternehmens zeb prognostizieren dem Privatkundengeschäft sinkende Erträge für die kommenden Jahre. Noch im Jahr 2016 lagen die Einnahmen bei 49,7 Milliarden Euro, für 2020 prognostizieren die zeb-Berater nur noch 45,6 Milliarden. Auf die Kunden der Sparkassen und Banken kommen somit wohl auch in den kommenden Jahren weitere Sparmaßnahmen zu. Die Kosten der bereits laufenden Sparprogramme dürften zeitgleich steigen. Nicht zuletzt hänge dies laut Ulrich Hoyer, einem Partner bei zeb, mit der Inflation zusammen: „Ohne Gegenmaßnahmen steigen die Kosten inflationsbedingt um 1,5 Prozent pro Jahr". In den letzten Jahren schafften es viele Kreditinstitute auch ohne Verluste nicht, ihre Kapitalkosten einzubringen. Hoyer zufolge ließe sich auch weiterhin keine positive Tendenz für das Privatkundengeschäft erkennen.

Wettbewerb verschafft Kunden Vorteile

Den Kunden stehen somit weitere Filialschließungen und Gebührenerhöhungen bevor. Doch können sie aus dem Dilemma der Kreditinstitute auch Vorteile ziehen, die in einem Verdrängungswettbewerb um jeden Neukunden kämpfen und mit Begrüßungsgeldern winken. Um ihre margenträchtigen Geschäfte voranzutreiben, greifen Banken zu allerhand Mitteln. So hat das Kreditgeschäft die Giro- und Tagesgeldkonten in großen Teilen abgelöst. Insbesondere durch Immobilien- und Konsumentenkredite sollen die sinkenden Zinserträge aufgefangen werden. Der hohe Wettbewerb um die Kunden dürfte diesen so auch weiterhin günstige Finanzierungsmöglichkeiten bieten.

In einem Punkt sind sich zumindest alle Bankmanager und Finanzexperten einig. Die Digitalisierung stellt eine der größten Chancen im Geschäft mit den Privatkunden dar. Doch hier buhlen bereits viele Finanztechnologiefirmen um die Vorherrschaft. Große Internetkonzerne wie Facebook, Amazon oder Google sondieren bereits den Markt und erhöhen den Druck auf Banken. Ob es zu dieser Konkurrenz aus dem Silicon Valley kommt, hängt Ulrich Hoyer zufolge allerdings von der künftigen Angebotsqualität der Banken ab.

Quellen: Wirtschaftswoche, Handelsblatt

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