Proteste gegen hohe Mieten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.04.2019

Immer weiter steigende Mieten und knapper Wohnraum in Ballungsgebieten sorgten am Wochenende für Demonstrationen in Berlin. Fast jeder zweite Deutsche wohnt zur Miete – und wird zunehmend mit steigenden Kosten konfrontiert.

Im Zuge der Proteste wurde erneut die Forderung der Enteignung großer Immobilienkonzerne laut. Experten halten diese für wenig sinnvoll; immerhin dauere die Umsetzung und bringe keine Entspannung auf dem überlaufenen Wohnungsmarkt.

Kaum Wohnraum und hohe Preise

Jeder zweite Deutsche wohnt zur Miete – und gibt dafür im Schnitt 35,6 Prozent seines Nettoeinkommens aus. Viel mehr als die Empfehlung von maximal 30 Prozent; und das liegt nicht nur an hohen Mietansprüchen. In den letzten Jahren sind die Mietpreise gerade in Ballungsgebieten nahezu explodiert. Das trieb am Samstag rund 40.000 Menschen in Berlin auf die Straße. Ihr Ziel: Die Demonstration gegen Wucherpreise im Mietbereich.

Die vor vier Jahren eingeführte Mietpreisbremse hat nur wenig Erfolg mit sich gebracht. Auch das von SPD und Linke geforderte Konzept des Mietendeckels, das eine Mieterhöhung beim Wechsel des Mieters verbieten soll, wird vermutlich kaum Entspannung auf den Wohnungsmarkt bringen. Der Grund: Bestehende Mietverträge sind ausgenommen, auch werden dadurch natürlich nicht mehr Wohnungen geschaffen. Diese werden aber gerade in Großstädten dringend benötigt.

Enteignung scheint nicht die Lösung zu sein

Ist die Enteignung von Immobilienkonzernen, die zu hohe Mieten verlangen, die Lösung für das Problem? Dafür sprach sich laut einer Emnid-Umfrage für BamS ein Großteil der Deutschen aus. Rund 42 Prozent im Westen und sogar 64 Prozent im Osten befürworten das Konzept. Zwar wird laut Artikel 14 im Grundgesetz die Freiheit des Eigentums garantiert. Allerdings soll es gleichzeitig dem Allgemeinwohl dienen. Bei Immobilien, die zu Wucherpreisen vermietet werden, ist dies offenkundig nicht der Fall.

Das Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co“ thematisiert die Enteignung und fordert sie aktuell im Fall von mehr als 3.000 Wohnobjekten. Eine Unterschriftenaktion läuft. Allerdings halten Politiker das Konzept nicht für sinnvoll. Zwar verstünde man die Wut, die hinter dem Volksbegehren steckt – allerdings bringe sie keine Entlastung. Immerhin würden Enteignungen Jahre dauern und keinen neuen Wohnraum kreieren. Wann sich der Wohnungsmarkt endlich entspannt? Das bleibt weiterhin abzuwarten.

Quelle: bild.de

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