Europäische Zentralbank beschleunigt Anleihenkäufe

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.08.2015

Elf Milliarden Euro – diesen Betrag hat die Europäische Zentralbank in der letzten Juli-Woche für Anleihen ausgeben. Das Tempo des „Quantative Easing“ (QE) – also der Anleihenkäufe der Notenbank im großen Stil – hat sich damit ein wenig erhöht. Trotz Rekordbeständen an Anleihen liegt das große Ziel der EZB jedoch noch in weiter Ferne.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Schlagzahl bei ihrem großangelegten Anleihenkaufprogramm Ende Juli leicht erhöht, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Mit Käufen in Höhe von 11,0 Milliarden Euro zog das Volumen in der letzten Juli-Woche wieder leicht an. In der Vorwoche erhöhte die Europäische Zentralbank ihren Anleihenbestand nur um 10,3 Milliarden Euro. Während der Ferienzeit sollen aktuell allerdings weniger Anleihen gekauft werden.

Europäische Zentralbank weitgehend im Rahmen ihrer Vorgaben

Seit Beginn des von Fachleuten als QE – kurz für Quantitative Easing, zu Deutsch quantitative Lockerung – bezeichneten Anleihenkaufprogramms am 9. März haben Europäische Zentralbank und nationale Notenbanken Anleihen und andere Wertpapiere in einem Volumen von 248,9 Milliarden Euro gekauft. Dies teilten die Währungshüter Anfang der Woche mit. Im Rahmen des QE-Programms sollen monatlich im Schnitt für 60 Milliarden Euro erworben werden. Nach den ersten fünf Monaten liegt die Europäische Zentralbank also leicht unter dieser Vorgabe.

QE-Programm soll Banken zur Kreditvergabe motivieren

Das QE-Programm sieht vor, bis September 2016 Wertpapiere im Umfang von insgesamt 1,14 Billionen Euro zu kaufen. Neben Staatsanleihen werden auch Hypothekenpapiere und Pfandbriefe im Rahmen von QE gekauft. Griechische Staatsanleihen gehören derzeit allerdings nicht zum Kaufprogramm, da sie die Voraussetzungen nicht erfüllen. Durch diese Maßnahme flutet die Europäische Zentralbank den Markt mit Geld. So sollen Banken dazu bewegt werden, günstige Kredite vor allem an Unternehmen zu vergeben, um so die Konjunktur im Euroraum anzukurbeln. Investments in Anleihen werden für die Geldhäuser immer uninteressanter, da die Renditen infolge des QE-Programms sinken – sodass die Kreditvergabe für Banken lukrativer werden soll.

Von der EZB angepeilte Inflationsrate noch weit entfernt

Die Europäische Zentralbank will durch diese Maßnahmen mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent erreichen. Dieser Wert wird von den Währungshütern als Optimum für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung betrachtet. Bislang zeigen die Maßnahmen jedoch nur wenig Wirkung: Die Teuerungsrate im Euroraum lag im Juni bei 0,2 Prozent, in der Bundesrepublik ist sie im Juli nach Informationen der „Tagesschau“ sogar wieder leicht gefallen.

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