Raus aus der privaten Krankenversicherung?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.03.2019

Wer einmal privat versichert ist, bleibt dies sein Leben lang – diese Faustregel ist vielen Versicherten bekannt, weshalb oft zweimal überlegt wird, welche Krankenkasse die richtige ist. Doch nun gibt es ein neues Schlupfloch für bislang privat Versicherte.

Das Lösungswort lautet: Brückenteilzeit. Durch eine Änderung zum Jahreswechsel ergeben sich im Versicherungsbereich neue Wechselpotenziale. Allerdings profitiert nicht jeder Arbeitnehmer davon – auch sollten die Vor- und Nachteile bei Wechselmöglichkeit gut gegeneinander abgewogen werden.

Jahresverdienstgrenze durch Teilzeit-Trick umgehen

Anfangs lockt sie mit günstigen Prämien, später schlägt sie häufig intensiv zu Buche: Die private Krankenversicherung. Viele Arbeitnehmer bereuen den einstigen Entschluss, sich privat zu versichern, und möchten in die gesetzliche Krankenkasse zurück. Das ging bislang aber nicht so einfach oder war mit einem großen Risiko behaftet. Denn eine Möglichkeit war es, übergangsweise in Teilzeit zu arbeiten und so den Lohn unter der Grenze für Privatversicherte zu halten. Diese liegt aktuell bei 60.750 Euro brutto im Jahr. Bei nur einem Euro weniger endet die private Versicherung.

Doch musste durch den Teilzeit-Trick bislang darauf gehofft werden, anschließend wieder die Vollzeitstelle zu bekommen. Der Arbeitnehmer musste riskieren, womöglich dauerhaft in Teilzeit zu arbeiten, da es kein Gesetz für die Rückkehr in Vollzeit gab. Seit der neuen Brückenteilzeit zum Jahreswechsel ist das anders: Nach Ablauf der vereinbarten Teilzeitphase dürfen die Arbeitnehmer ohne Wenn und Aber zurück zur alten Stundenzahl. Das garantiert Paragraph 9a (Teilzeit- und Befristungsgesetz) und öffnet so auch die Tür für den Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung.

Nachteile durch vorübergehende Teilzeit

Allerdings gibt es auch Nachteile. Der Gehaltsverzicht durch die vorübergehende Teilzeit und die dadurch geringeren Rentenansprüche sind zwei davon. Weiterhin kann nicht jeder von der Brückenteilzeit profitieren: In Firmen mit bis zu 45 Arbeitnehmern gilt sie gar nicht, in Betrieben mit 46 bis 200 Beschäftigten nur für zehn Beschäftigte. Reicht ein Arbeitnehmer als Elfter den Antrag für die befristete Teilzeitstelle ein, darf er durch den Arbeitgeber abgelehnt werden. Nur, wer in Großunternehmen ab 200 Beschäftigten angestellt ist, hat Glück.

Weiterhin gilt eine bisherige Mindestbeschäftigungsdauer von sechs Monaten im Betrieb ebenso wie eine Altersgrenze: Ab 55 Jahren ist für die allermeisten Privatversicherten kein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung mehr möglich, Brückenteilzeit hin oder her.

Quelle: focus.de

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