Reallöhne: Mehr Geld für nach Tarif Beschäftigte

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.12.2016

Die Reallöhne sind im dritten Quartal 2016 erneut deutlich gestiegen. Vor allem im öffentlichen Dienst Beschäftigte dürften mehr Geld zur Verfügung haben. Es gibt allerdings auch Branchen, in denen Beschäftigten trotz weiterhin niedriger Inflation eher wenig als mehr von ihrem Gehalt blieb.

Jüngst hatten die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert, dass viele Deutsche 2017 mehr Geld zur Verfügung haben könnten. Nun zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts, dass bereits im dritten Quartal bei vielen Beschäftigten mehr Geld auf dem Girokonto verblieben sein könnte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Reallöhne von nach Tarif Beschäftigten nämlich um 1,8 Prozent.

Mehr Geld vor allem im Öffentlichen Dienst

Unbereinigt stiegen die Tariflöhne sogar um 2,3 Prozent. Und da die Inflation gleichzeitig nur um 0,5 Prozent anzog, blieb ein Großteil des Lohnzuwachses tatsächlich bei den Beschäftigten. Über besonders deutliche Verdienststeigerungen konnten sich Angestellte im Öffentlichen Dienst freuen, die nach Tarifvertrag (TVöD) bezahlt werden. So stiegen die Löhne und Gehälter im Bereich der Wasserversorgung und Abfallentsorgung zwischen Juli bis September beispielsweise um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im Gesundheitswesen lag das Plus bei 3,0 Prozent und in der Verwaltung bei 2,9 Prozent. Das bedeutet eine Steigerung der Reallöhne um bis zu 2,7 Prozent für Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Doch auch in Bereichen außerhalb der öffentlichen Hand erhielten Beschäftigte mehr Geld. Besonders hoch fielen die Zuwächse mit 3,4 Prozent im Gastgewerbe und 2,8 Prozent im Baugewerbe aus.

Vereinzelt sogar rückläufige Reallöhne

Die Wiesbadener Statistiker machten allerdings auch Branchen aus, in denen von mehr Geld nichts zu spüren war. Im Wirtschaftszweig „Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden“ lag das Lohn-Plus nur bei 0,5 Prozent – die Reallöhne der Kumpel und ihren Branchenkollegen bewegten sich also überhaupt nicht. Noch härter trifft es allerdings Beschäftigte im Bereich „Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“. Hier stieg der nominale Verdienst lediglich um 0,2 Prozent. Statt mehr Geld dürften in dieser Branche Beschäftigte also eher weniger zur Verfügung gehabt haben.

Offenbar flaut die positive Entwicklung der Reallöhne allmählich ab. Zu Jahresbeginn waren sie noch um 2,7 Prozent gestiegen, im zweiten Quartal fiel der Anstieg der Reallöhne mit 1,9 Prozent schon deutlich schwächer aus.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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