Regierung plant Verbesserung der Restschuldversicherung

Zuletzt aktualisiert am 25.05.2017

Im Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod kann ein Kredit für den Nehmer oder dessen Hinterbliebene zur großen Belastung werden. Vor dem Zahlungsausfall soll die Restschuldversicherung schützen, doch profitieren meist eher die Banken von der teuren Risikoübernahme. Aufgrund der wachsenden Kritik an den Restschuldversicherungen zieht die Regierung Konsequenzen zum Schutz der Kreditnehmer.

Restschuldversicherungen schützen vor Zahlungsausfällen, die aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod eines Kreditnehmers auftreten können. Während die Verbraucher kräftig zahlen, um große Belastungen für sich oder Hinterbliebene zu vermeiden, liegt der Hauptnutzen bei Banken und Kreditgebern. Angesichts stetig wachsender Kritik will die Bundesregierung jetzt Änderungen bei der Risikoübernahme durchsetzen.

Mehr Schutz für Kreditnehmer

Bisher konnten Verbraucher über einen Kreditvergleich versuchen die besten Konditionen für sich zu finden. In Zukunft sollen Kreditnehmer stärker vor überteuerten Restschuldversicherungen geschützt werden.Ulrich Kelber (SPD), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesjustizministerium, beteuert, dass die Regierung die Lage ernst nähme. Er bemängelt „zunehmend Fälle, in denen Banken Verbrauchern teure Restschuldversicherungen verkaufen, obwohl der Versicherungsschutz nicht in dem Umfang oder gar nicht benötigt wird“. Verwunderlich wäre auch, dass der „angeblich gute Schutz durch die Restschuldversicherung" zu keiner Reduktion des bonitätsabhängigen Zinssatzes seitens der Banken führe. Verbraucherschützer und Kunden fordern daher schon länger eine Reform.

Regierung arbeitet an Lösungen

Wird ein Kredit benötigt, sind Banken sehr bestrebt, die Restschuldversicherung ins Spiel zu bringen. Diese springt für arbeitslos gewordene, erkrankte oder verstorbene Schuldner ein, der Vorteil liegt jedoch klar bei den Kreditgebern. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor hohen Kosten, die im Fall eines Ehepaares zu einem Zinssatz von 21,78 Prozent führten. Neben einem Kredit über 38.400 Euro hatte das Ehepaar aus Sachsen Versicherungskosten von 18.550 Euro zu stemmen. Bisher können sie und andere Betroffene sich jedoch kaum wehren. Die Banken vermitteln meist die Versicherung gegen Provision und sind zeitgleich Versicherungsnehmer.

Der Kreditnehmer gilt hingegen bislang als versicherte Person und somit als Objekt der Versicherung. Somit ist keine Beschwerde möglich, da dieses Recht ausschließlich dem Versicherungsnehmer vorbehalten ist. Um diese Problematik zu lösen, finden bereits parlamentarische Beratungen zur Verbesserung statt und der Bundestag arbeitet an einer neuen Richtlinie, die den Versicherungsbetrieb regeln soll. In Großbritannien haben die Beschwerden von Kunden schon jetzt große Wellen geschlagen. Aus Angst, in Haftung genommen zu werden, haben große Banken bereits aufgehört, Restschuldversicherungen zu vermitteln. Darüber hinaus haben die Kreditinstitute Rückstellungen in Höhe von 30 Milliarden Euro gebildet, die mögliche Regressansprüche abdecken sollen.

Weitere Meldungen im Überblick

  • DAX startet mit Verlusten: Der deutsche Leitindex eröffnet am Mittwoch mit 12.625 Punkten und verbucht so ein Minus von 0,27 Prozent im Vergleich zum Vortag. Damit knüpft der DAX an die mäßigen Entwicklungen der letzten Tage an.
  • Reform der Betriebsrente: Die Bundesregierung hat sich auf einer Reform der betrieblichen Altersvorsorge geeinigt. Das neue Modell soll in Zukunft erreichen, dass Tarifvertragspartner die Betriebsrente ganzen Belegschaften anbieten.
  • Razzia bei Daimler: Über 200 Ermittler durchsuchten Räumlichkeiten des Autoherstellers. Es besteht der Verdacht auf Betrug und strafbare Werbung im Zusammenhang mit den manipulierten Abgaswerten bei Dieseln.

Quellen: Tagesspiegel, n-tv

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