Regierung will Wohneigentum für Familien fördern

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.11.2016

Wenn es um das Ziel der Bundesregierung geht, jungen Familien Wohneigentum zu ermöglichen, lässt sich folgender Aphorismus anwenden: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Denn auch die Maßnahmen und Auflagen der Politik haben zu den hohen Immobilienpreisen in Deutschland beigetragen.

Obwohl die Zinsen für Baufinanzierungen nach wie vor historisch niedrig sind, können sich angesichts steigender Immobilienpreise immer weniger Deutsche Wohneigentum leisten. Selbst für die Mittelschicht ist ein Eigenheim trotz solidem Einkommen oft nicht bezahlbar – dies gilt insbesondere für junge Familien. Gerade die möchte die Bundesregierung nun aber offenbar dabei unterstützen, sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Förderung für Familien in Regionen mit hohen Immobilienpreisen geplant

Der erste konkrete Vorstoß kam in der vergangenen Woche von Bundesministerin Barbara Hendricks (SPD), verantwortlich für die Bereiche Umwelt, Naturschutz und Bau. Ihre Idee: Ein Baukindergeld zwischen 8.000 und 20.000 Euro soll jungen Familien in Regionen mit hohen Immobilienpreisen den Kauf von Wohneigentum erleichtern. Noch vor Weihnachten will die Ministerin ein entsprechendes Konzept vorstellen. Inzwischen scheint offenbar sogar eine Unterstützung für Familien abseits der überhitzten Immobilienmärkte denkbar. „Wir diskutieren, die Förderung auch auf Regionen auszuweiten, die schrumpfen“ soll es der „Wirtschaftswoche“ zufolge in Regierungskreisen heißen. Georg Nüßlein, Fraktionsvize der Union, unterstützt diesen Ansatz: „Wir müssen für alle Familien etwas tun, auch für die im ländlichen Raum.“

Politik selbst hat zur Unerschwinglichkeit von Wohneigentum beigetragen

Dass Wohneigentum auch abseits der begehrten Metropolen deutlich teuer geworden ist, ist paradoxerweise zum Teil auch der Politik der Regierungskoalition zu verdanken. Es war sogar Hendricks‘ Ministerium selbst, das mit der Energieeinsparverordnung Enev 16 die Baukosten für Eigenheime um bis zu neun Prozent in die Höhe getrieben hat. Daneben erschwert die kürzlich in Kraft getretene Wohnimmobilienkreditrichtlinie insbesondere jungen Familien die Aufnahme von Baugeld. Kritiker werfen der Bundesregierung vor, sie hätte bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht unnötig hohe Hürden aufgestellt.

Grundsteuererhöhungen als Kostentreiber fürs Eigenheim

Hinzu kommt die Erhöhung der Grundsteuer zum Jahresbeginn, die die eigenen vier Wände in einigen Regionen für potenzielle Bauherren unerschwinglich werden lässt. Bei einem Steuersatz von 6,5 Prozent, wie er mittlerweile in mehreren Bundesländern üblich ist, kann allein die Steuerlast einem Drittel des verfügbaren Eigenkapitals entsprechen. Auch wenn die Grundsteuererhöhungen nicht im Verantwortungsbereich der Bundesregierung, sondern der Länder liegen, ist es auch hier die Politik, die für einen weiteren Anstieg der Kosten für das Eigenheim gesorgt hat. 

Quelle: Wirtschaftswoche

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