7 Milliarden Dollar: Rekordstrafe für die Deutsche Bank

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.01.2017

Für den Verkauf fragwürdiger Immobiliendarlehen muss die Deutsche Bank eine Straf- und Entschädigungssumme in Rekordhöhe von über sieben Milliarden Dollar zahlen. Zwischen 2005 und 2007 hat das Kreditinstitut Immobilienpapiere vergeben, die sich im weiteren Verlauf als nicht werthaltig erwiesen. Die Ermittler bescheinigen der Deutschen Bank damit eine nicht unmaßgebliche Mitschuld an der Finanzkrise.

Die Deutsche Bank wird wegen zweifelhafter Hypotheken insgesamt 7,2 Milliarden Dollar an Strafen und Entschädigungen zahlen müssen. Mit fragwürdigen Immobiliengeschäften soll das Kreditinstitut die Finanzkrise im Jahre 2008 mitverursacht haben und wurde deshalb zum höchsten Ablass dieser Art verurteilt. Damit reiht sich die Deutsche Bank in die Zahl von Investment-Banken ein, die bereits Buße in Milliardenhöhe leisten mussten.

Big Player Deutsche Bank: Geschäft mit Hypotheken

Es sind hochspekulative Deals, mit denen die Deutsche Bank die internationale Krise gefördert haben soll. Durch die lang erwartete Einigung gesteht das Kreditinstitut den Aufkauf fragwürdiger Immobilienkredite ein, die neu gebündelt an Investoren weiterverkauft wurden. Diese wurden vorsätzlich mit falschen Wertangaben getäuscht und erlitten mit dem Abschwung des US-Immobilienmarktes große Verluste. Die folgende globale Krise im Finanzsektor konnte von den Landesregierungen nur durch den Einsatz immenser Steueraufwendungen ausgeglichen werden. Die Ermittlungen brachten die Ausmaße der Hypothekendeals zutage. Zu Zeiten der Hochkonjunktur wurden Kredite an Schuldner vergeben, die im Grunde nur auf Papier bestanden. Teilweise bereits gepfändet dienten diese verbrieften Darlehen nur sehr bedingt als Sicherheit der Investoren. Für die Verluste der Beteiligten muss die Deutsche Bank neben 3,2 Milliarden Strafe und 4,1 Milliarden Entschädigungen diverse Schulden erlassen. Zusätzlich wird sich das Kreditinstitut am Bau bezahlbarer Wohnungen in den Vereinigten Staaten beteiligen müssen.

Schuldeingeständnis und glimpfliche Strafe der Deutschen Bank

Die Anleger und Kunden erhielten vom Deutsche-Bank-Chef eine umfassende Entschuldigung. Trotz Rekord-Summe dürfte John Cryan das Kreditinstitut als glimpflich davongekommen betrachten. Die Bank wird die Summe ohne Staatshilfe oder Kapitalerhöhung zahlen können. Zudem hatten Experten die höchstmögliche Einigung auf 14 Milliarden Dollar geschätzt.

Die über den Zeitraum der nächsten fünf Jahre gezahlte Rekordsumme ist nach Zahlungen von rund neun Milliarden Dollar seit 2008 ein weiterer Schlag für den Big Player.

Quelle: n-tv, Handelsblatt

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