Rentenbeiträge: Beitragssatz wohl bis 2020 stabil

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.06.2016

Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht für Arbeitnehmer. Der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung soll in den kommenden vier Jahren nicht angehoben werden. Die Rentenkasse will zunächst ihre Reserven aufbrauchen. Kehrseite der Medaille der stabilen Rentenbeiträge ist allerdings ein sinkendes Rentenniveau.

Voraussichtlich bis zum Jahr 2020 soll der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 18,7 Prozent des Bruttolohns stabil bleiben. Wie der Vorsitzende des Bundesvorstands der Deutschen Rentenversicherung,  Alexander Gunkel,  bei der Bundesvertreterversammlung in Bremen verkündete, sollen die Rentenbeiträge in den kommenden vier Jahren nicht steigen.

Rentenkassen werden Rücklagen verringern

Um die steigenden Ausgaben ohne Erhöhung der Rentenbeiträge stemmen zu können, werden die Versicherungsträger auf die Reserven der Rentenkasse zurückgreifen. Diese beliefen sich Ende 2015 auf rund 34 Milliarden Euro. Die Rücklagen könnten allerdings schnell schrumpfen: Bereits in diesem Jahr werden etwa 3,3 Milliarden Euro mehr ausgegeben als Einnahmen in die Kassen gespült werden, so die Berechnung der Rentenkasse. In den kommenden Jahren wird der Ausgabenüberhang laut Gunkel noch größer ausfallen.

Im Jahr 2020 dürfte der jährliche Fehlbetrag nach den Berechnungen der Rentenversicherung auf 6,8 Milliarden Euro angewachsen sein. Daher müsse der Beitragssatz 2021 wieder angehoben werden. Ansonsten könne die Rentenkasse die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestrücklage von 0,2 Monatsausgaben nicht mehr vorhalten. Aktuell entspricht diese Mindestreserve rund 3,8 Milliarden Euro.

Beitragssatz von 21,9 Prozent bis 2030 erwartet

Laut den Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung ist eine Erhöhung des Beitragssatzes auf 21,9 Prozent bis zum Jahr 2030 zu erwarten. Damit würde der Rentenbeitrag bereits an der gesetzlich festgelegten Obergrenze von 22 Prozent kratzen. Parallel sei mit einem Absinken des Rentenniveaus auf 44,2 Prozent zu rechnen – ohne private Vorsorge dürfte die Rentenlücke, die selbst beim aktuellen Rentenniveau von 47,5 Prozent vielfach schon besteht, für Ruheständler dann schwer zu schließen sein. Ein noch niedrigeres Rentenniveau ist allerdings nicht ausgeschlossen: 2030 liegt der  vorgeschriebene Mindestwert bei 43 Prozent.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung/Reuters

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