Rentenbeiträge können 2018 sinken

Zuletzt aktualisiert am 09.11.2017

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge könnten die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2018 leicht sinken. Begründet sei dies in der guten finanziellen Lage der Rentenkasse, die eine Absenkung sogar gesetzlich erforderlich mache. Allerdings würde diese mögliche Senkung geringer ausfallen, als den meisten Beitragszahlern lieb ist: Kommt es wirklich zur Verringerung, würde der Beitrag von derzeit 18,7 auf im kommenden Jahr 18,6 Prozent sinken.

Ihren Bericht stützt die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf einen Entwurf des Rentenversicherungsberichts. Diesen habe das Bundesarbeitsministerium bereits am Montag an die übrigen Ressorts verschickt. Aufgrund der hohen Rücklage der Rentenversicherung von rund 32,9 Milliarden Euro, schreibe der Gesetzgeber die Senkung der Beiträge sogar vor. Nur per Verordnung ließe sich die Veränderung noch stoppen.

Lage am Arbeitsmarkt gut für die Rentenkassen

Die derzeit sehr positiven Zahlen des deutschen Arbeitsmarktes haben einen weitreichenden Einfluss, der bis zur Rentenkasse reicht. So sind die Beitragseinnahmen dem Bericht der FAZ zufolge allein bis Oktober schon um 4,4 Prozent gestiegen – bis zum Jahresende könnte sich dieses Plus weiter erhöhen. Denn weil immer mehr Menschen Arbeit finden, zahlen auch immer mehr Personen in die Rentenkasse ein. Dadurch bedingt steige laut der FAZ die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage auf ein hohes Niveau von 32,9 Milliarden Euro.

Aus dieser Reserve würden derzeit etwa 1,59 Monatsausgaben – also Rentenzahlungen an Rentner – finanziert werden können. Laut derzeitigem Recht müsse der Beitragssatz deshalb sogar automatisch sinken. Denn sobald die Rücklage bei mehr als 1,5 Monatsausgaben liege, sieht der Gesetzgeber eine Reduktion der Beitragszahlungen vor. Dann ist die Reserve ausreichend groß, die Beitragszahler können wieder entlastet werden. Außer Kraft gesetzt werden könne dieser Automatismus nur per Verordnung. In jedem Fall hat diese Änderung aber keinen Einfluss auf das aktuelle oder künftige Rentenniveau.

In Zukunft Steigerungen unumgänglich

Auch wenn Beitragszahler auf kurze Sicht entlastet werden könnten, gilt die Absenkung langfristig als mehr als unwahrscheinlich. Laut dem Rentenbericht könne der Beitragssatz nur bis 2020 von 18,7 auf 18,6 Prozent abgesenkt werden. Danach müsse er schrittweise erhöht werden, um die Rente vor dem Hintergrund des demografischen Wandels weiter finanzieren zu können.

Quellen: Bild, Handelsblatt, WAZ

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!