Rentenberatung im Test

Zuletzt aktualisiert am 27.09.2019

Eine kostenfreie und umfassende Rentenberatung soll jedem Versicherten zustehen – doch in der Realität patzte so manche Beratungsstelle. Das zeigt eine aktuelle Auswertung mit 80 Testern, die von der Stiftung Warentest durchgeführt wurde.

Mit Unterlagen über die eigenen Rentenansprüche wurden die 16 Träger getestet. Im Ergebnis konnte aber maximal die Beratung rund um die gesetzliche Rente überzeugen.

Beratung nur bei gesetzlicher Rente befriedigend

80 Testpersonen prüften im Rahmen einer Untersuchung durch Stiftung Warentest zwischen Januar und Juli 2019 die Beratungsstellen der gesetzlichen Rentenversicherung. Das Ziel: Eine umfassende Information über die eigene Altersvorsorge. Das Ergebnis: ernüchternd. Die lange Wartezeit auf einen Termin war nur einer der Eckpunkte, der von den Testpersonen kritisiert wurde. Ein Tester musste beispielsweise vier Monate auf den Termin warten, ein anderer sollte sich gar um einen Berater aus einer anderen Stadt selbst kümmern – erfolglos.

Auch auf die Buchungsbestätigungen warteten einige Testpersonen vergebens. War es dann soweit, nahmen sie relevante Rentenunterlagen mit zum Termin. Die Fragen der Tester zielten auf die Höhe der voraussichtlichen Rente und Möglichkeiten, diese aufzubessern. Während die Beratung über die gesetzlichen Leistungen immerhin noch befriedigend ausfiel, gab es im Bereich zusätzliche Altersvorsorge große Lücken. Deutliche Unterschiede zeigten sich allerdings je nach Region bzw. Beratungsstelle; das betrifft alle getesteten Punkte.

55 Millionen Versicherte, aber schlechte Beratung

Eigentlich sieht der Gesetzgeber vor, dass Versicherte sich über alle Arten der Altersvorsorge – gesetzlich, betrieblich oder privat – umfassend und kostenfrei beraten lassen dürfen. Dabei sollen sie einen Eindruck über ihre mögliche Gesamtrente und ergänzende Vorsorgemaßnahmen erhalten. Die Beratung in den 16 regionalen Trägern der Rentenversicherung fiel nun aber mehr schlecht als recht aus – jeweils fünf Testpersonen waren bei den verschiedenen Trägern vorstellig.

Die Rentenversicherung umfasst insgesamt 55 Millionen Versicherte und nahm im Jahr 2018 312 Milliarden Euro ein. 26 Millionen Renten werden von der Behörde an 21 Millionen Rentner ausgezahlt: Im Jahr 2018 belief sich der Betrag auf 308 Milliarden Euro. Angesichts dieser enormen Zahlen ist verwunderlich, dass scheinbar (noch) kein exzellenter Service in puncto Beratung geboten werden kann.

Quelle: test.de

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