Schattenseite der Rentenerhöhung: Steuer betrifft Millionen Menschen

Zuletzt aktualisiert am 15.05.2019

Eine Steuer auf die Altersbezüge – davon sind dieses Jahr 48.000 Personen Menschen mehr betroffen als noch im Vorjahr. Der Grund ist ein Rentenanstieg von gut drei Prozent, der bei vielen dafür sorgt, dass der Grundfreibetrag überschritten wird.

Schon ab Juli dieses Jahres steigen die Beträge. Von einer plötzlichen Steuerzahlung betroffene Rentner können allerdings Vorsorgeaufwendungen für die Kranken- und Pflegeversicherung geltend machen.

Mehr Rente nähert sich Grundfreibetrag

Eine gut dreiprozentige Rentenerhöhung sorgt ab Juli aufs Jahr gerechnet für hunderte von Euro mehr in der Kasse. Das dürfte die betroffenen Senioren zwar einerseits freuen, doch gibt es auch einen Nachteil. Ab einem bestimmten Betrag fallen nämlich auch für Rentner Steuerzahlungen an. Als Grundfreibetrag gelten 9.168 Euro im Jahr. Wer Einkünfte – darunter fallen auch Rentenzahlungen – bis zu diesem Betrag erzielt, bleibt steuerfrei. Dank der Rentenerhöhung von 3,18 Prozent im Westen und sogar 3,91 Prozent im Osten könnte es für viele Betroffene aber knapp werden. Schon jetzt sind 4,932 Millionen Rentner steuerpflichtig, weil ihre Altersbezüge die Grundfreibetragsgrenze überschreiten. In diesem Jahr kommen voraussichtlich 48.000 Personen hinzu. Mehreinnahmen von 410 Millionen Euro sind die Folge für den Staat. Nicht nur die steigende Rente, auch die Einkünfte durch Nebenjobs, denen viele Rentner nachgehen, oder Bezüge aus der Riester-Rente können dafür sorgen, dass Steuern anfallen.

Rente aktuell zu 78 Prozent versteuert

Doch kann allein die Pflicht zur Steuerzahlung die Freude über die Rentenerhöhung trüben? Wahrscheinlich aktuell noch nicht. Denn die Rente wird derzeit nicht vollständig versteuert: So sind 2019 in Ruhestand getretene Menschen verpflichtet, 78 Prozent der Altersbezüge zu versteuern. Liegt der Betrag, der hinter diesem Prozentsatz steht, über dem Grundfreibetrag, fallen dafür Steuern an. 22 Prozent der Rente sind und bleiben auf Lebenszeit jedoch von Steuerzahlungen befreit. Zum Vergleich: 2018 lag der Prozentsatz noch bei 76 Prozent, 2023 wird er auf 83 Prozent ansteigen. Wer dann in Rente geht, muss mehr an den Fiskus zahlen als aktuelle Rentner.

Wer von Steuerzahlungen in der Rente überrascht wird, kann aber wie alle anderen Steuerzahler Vorsorgeaufwendungen geltend machen. So wirken sich etwa Beiträge zur Pflege- oder Krankenversicherung positiv auf die zu zahlende Steuer aus. Dadurch ist auch bei Rentenzahlungen, die über den Grundfreibetrag hinausgehen, eine Steuerfreiheit möglich – wenn nach Abzug der Vorsorgeaufwendungen maximal 9.168 Euro im Jahr übrig bleiben.

Quelle: focus.de

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