Renteninformation animiert zum Sparen fürs Alter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.09.2016

Einmal im Jahr steckt sie bei einem Großteil der Bundesbürger im Briefkasten: Die Renteninformation der gesetzlichen Rentenversicherung. Meist verschwinden die Schreiben schnell in der Ablage. Doch offenbar reicht der kurze Blick auf die zu erwartende Rentenhöhe aus, um die Versicherten zum Sparen zu bringen.

Seit 2001 erhalten Rentenversicherte einmal jährlich eine Renteninformation von der Deutschen Rentenversicherung zugesandt. Bei einem Großteil der Bundesbürger dürfte der Blick auf die Aufstellung der zu erwartenden Rentenbezüge nicht für große Begeisterungsstürme sorgen, sondern eher für den Impuls, dass Dokument möglichst schnell in einem Aktenordner verschwinden zu lassen. Eine aktuelle Studie zeigt nun allerdings, dass die jährliche Renteninformation tatsächlich Auswirkungen hat: Das Schreiben motiviert seine Empfänger offenbar zum Sparen und fördert so die private Vorsorge.

Renteninformation vor 2004 nur für ältere Versicherte

„Die jährlich per Brief versendete Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung animiert die Rentenversicherten maßgeblich dazu, mehr in ihre private Altersvorsorge zu investieren“, so das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim nach einer Analyse des Zeitraums von 2001 bis 2010. Seit 2004 ist die Deutsche Rentenversicherung verpflichtet, alle Versicherten ab 27 Jahren, die seit mindestens fünf Jahren Beiträge zur gesetzlichen Rente zahlen, über die Höhe ihrer zu erwartenden Altersbezüge zu informieren. Zuvor erhielten nur Versicherte ab 55 Jahren eine detaillierte Renteninformation, in der die erworbenen Rentenansprüche und die voraussichtliche Höhe der Altersbezüge aufgelistet wurden. Nach der Einführung der Renteninformation auch für jüngere Versicherte im Jahr 2004 stieg die Bereitschaft zum Sparen fürs Alter.

Bundesbürger sparen seit 2004 mehr

Dem ZEW zufolge sind die Einzahlungen auf private Rentenkonten seit der Einführung der Renteninformationsbriefe 2004 in der Altersgruppe über 55 Jahren im Schnitt um 40 Euro gestiegen – ein Drittel mehr als zuvor. Jüngere Rentenversicherte legen seitdem durchschnittlich 20 Euro mehr im Monat fürs Alter zurück– ein Anstieg um immerhin 16 Prozent. Die ab 27-Jährigen sparen seit 2004 nicht nur mehr – sie arbeiten seitdem auch mehr, um ihre Rentenansprüche zu erhöhen. „Mehr Menschen in der Altersgruppe ab 27 Jahren sahen sich auf einmal unter Zugzwang, etwas für ihr eigenes Rentenalter zu tun“, erklärt das ZEW. Das Geld für die Altersvorsorge sparen die Beitragszahler offenbar bei wohltätigen Zwecken: Die Forscher stellten fest, dass die Spendenbereitschaft seit 2004 gesunken ist.

Renteninformation als kleines Detail mit durchschlagender Wirkung

Unter diesem Gesichtspunkt habe sich die Rentenreform von 2001, in deren Rahmen der erweiterte Versand der Renteninformation beschlossen wurde, gelohnt. „Unsere Ergebnisse verdeutlichen, wie außerordentlich wichtig die wirklichkeitsnahe Information über die persönliche Rentensituation ist“, so Prof. Dr. Andreas Peichl, einer der Autoren der Studie. „Ein scheinbar unbedeutendes Detail wie die schriftliche Renteninformation hat also dafür gesorgt, dass die von der Politik gesteckten Ziele erreicht werden – nämlich den Anteil privater Altersvorsorge im deutschen Rentensystem zu erhöhen.“

Quelle: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

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