Rentenversicherer befürchten Altersarmut trotz höherem Rentenniveau

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.01.2017

Die Angst, im Alter den Lebensstandard nicht halten zu können, wird derzeit zur Dauersorge der Deutschen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hält an Plänen zur Aufstockung fest und will mit Zuschussrenten die Grundsicherung gewährleisten. Derweil warnt die Deutsche Rentenversicherung vor falschen Strategien. Laut eines Medienberichts könne ein erhöhtes Rentenniveau im Kampf gegen Altersarmut nur bedingt helfen.

Diskussionen um sinkende Rentenniveaus, Aufstockungen und Altersarmut sorgen zunehmend für Verunsicherung. Zur Bekämpfung drohender Geldnot im Alter strebt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles die Aufstockung niedriger Renten an. Die deutsche Rentenversicherung warnt jedoch, dass selbst eine erhebliche Erhöhung des Niveaus nur für ein Drittel der derzeit Betroffenen den Grundsicherungsanspruch sichern würde.

Höheres Niveau zur Rettung der Rente?

Das klassische Rentensystem wird von vielen Arbeitnehmern als Auslaufmodell betrachtet.  Angst machen dabei vor allem höhere Beiträge für eine ältere Generation, in der viele kaum von den ausgezahlten Renten leben können. Zur Verhinderung setzt die Politik an der Erhöhung des Rentenniveaus und der sogenannten Zuschussrente an. Diese soll bei zu niedrigen Alterseinkommen Möglichkeiten zur Aufstockung auf zehn Prozent über der Grundsicherung bieten. Seitens der Union stoßen die Pläne auf Gegenwind und auch die Deutsche Rentenversicherung stellt die Strategie in einem Schreiben in Frage.

Die Behörde, die über 30 Millionen Versicherte zählt, bezieht sich darin auf eine von ihr geförderte Studie. Laut dieser würden fast 25 Prozent der Empfänger keine Rente aus der gesetzlichen Versicherung beziehen. Bei weiteren 40 Prozent läge der Satz unter 400 Euro. Die Gründe der Altersarmut lägen nicht im niedrigen Rentenniveau und erforderten ursachenorientierte Ansätze. Selbst bei einer maßgeblichen Erhöhung würden zwei Drittel der von Altersarmut bedrohten Rentner nicht über die Grundsicherung verfügen.

Die Angst vor Altersarmut

Insgesamt seien es spezifische Gruppen, die vom erhöhten Altersarmutsrisiko bedroht seien und laut der Deutschen Rentenversicherung im Fokus der Lösungen stehen müssen. So befürworten die Versicherer beispielsweise die Alterssicherungpflicht für Selbstständige. Diese werden bislang nicht in die gesetzliche Rentenversicherung mit einbezogen. Zudem sollten selbstständig Maßnahmen wie Riester-Renten oder Sofortrenten ergriffen werden.

Besonders bedroht durch Altersarmut sind häufig Frauen. Dies hängt zum einen mit der Verdienstschere im Vergleich mit männlichen Kollegen zusammen. Zum anderen erschweren Auszeiten aufgrund von Schwangerschaft und Elternzeit sowie vermehrt Teilzeit-Jobs die Rentensituation. Dennoch warnt die Regierung trotz des demographischen Wandels vor Schwarzmalerei. Die Altersarmut läge vergleichsweise niedrig und könne mit gezielten Maßnahmen zur Altersvosorge eingedämmt werden.

Quellen: Focus, Wirtschaftswoche, Morgenpost

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