Restschuldversicherung: Banken profitieren mehr als Kreditnehmer

Zuletzt aktualisiert am 19.10.2018

Eine Restschuldversicherung gilt als wertvolle Absicherung, wenn der Kreditnehmer während der Laufzeit arbeitslos oder arbeitsunfähig wird. Die Versicherung trägt in diesem Fall die übrigen Kosten für den Kredit, so dass die Familie des Kreditnehmers außen vor bleibt. Doch wie sinnvoll ist eine Restschuldversicherung tatsächlich? In der Praxis zeigt sich, dass vor allem Banken davon profitieren.

So decken andere Versicherungen meist schon die Risiken ab, die Arbeitslosigkeit oder -unfähigkeit betreffen. Auch ist die Restschuldversicherung vergleichsweise teuer und greift nur in besonderen Fällen. Diese werden in den Vertragsbedingungen genau festgehalten. Doch nicht immer nehmen sich Versicherungskunden die Zeit, Kosten und Nutzen im Vorfeld abzuwägen. Und gerade Kreditnehmer mit geringer Bonität erhalten den Eindruck, dass die zusätzliche Absicherung Pflicht ist.

Versicherung oft überflüssig und nicht in allen Fällen nutzbar

Ist der Kreditnehmer bereits durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Risikolebensversicherung abgesichert, wäre die Restschuldversicherung für ihn überflüssig. Alle Risiken, die durch sie abgedeckt werden, sind in der bereits abgeschlossenen Versicherung enthalten. Die Folge: Der Kreditnehmer zahlt doppelt, erzielt aber keinen neuen Vorteil. Ähnliches gilt, wenn die Restschuldversicherung beispielsweise nur im Todesfall greift, der Kreditnehmer aber arbeitsunfähig wird. Nicht immer springt die Versicherung in allen Fällen ein. Daher sollte die Police unbedingt genau geprüft werden, wenn die Absicherung in Erwägung gezogen wird.

Auch bei geringer Bonität: Restschuldversicherung ist kein Muss

Banken senken durch den Abschluss einer Restschuldversicherung vorwiegend das eigene Risiko und bringen diese daher beim Kreditantrag gern ins Spiel. Wird der Kreditnehmer zahlungsunfähig, bleiben sie nicht auf den Schulden sitzen, sondern geben die Verantwortung an die Versicherung weiter. Außerdem erhalten die Banken meist eine nicht unerhebliche Provision vom Versicherer, wenn es in Folge einer Empfehlung zu einem Abschluss mit dem Kunden kommt. Häufig wird die Restschuldversicherung gerade Kreditnehmern mit schlechter Bonität vorgeschlagen. Hier kann der Eindruck entstehen, dass sie für diese Personengruppe Pflicht ist. Doch auch bei geringer Bonität gilt: Der Abschluss der Versicherung ist immer freiwillig. Potenzielle Kreditnehmer sollten Nutzen und Risiko einer Restschuldversicherung deshalb sorgsam abwägen und sich nicht überreden lassen.

Tipp:

Wer bereits eine Versicherung abgeschlossen hat und diese nun als überflüssig ansieht, kann innerhalb der gesetzlichen 30-tägigen Widerrufsfrist vom Vertrag zurücktreten.

Quelle: deutschlandfunk.de

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