Zuschüsse schmelzen: Wenn Riestern sich nicht lohnt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.08.2017

Schon lange ist die Riester-Rente ein mehr als umstrittenes Rentenmodell. Niedrige Beiträge und Zinsen sowie nicht ausgeschöpfte Zuschüsse sorgen immer wieder für massive Kritik. Dabei sollte die Zusatzvorsorge doch das Sinken des gesetzlichen Rentenniveaus ausgleichen. Jüngste Zahlen der Deutschen Rentenversicherung belegen allerdings, dass Riester-Sparer immer weniger Zulagen erhalten und jährlich Millionen verschenken.

Um das Sinken des gesetzlichen Rentenniveaus auszugleichen, setzen viele Deutsche auf die Riester-Rente als Zusatzvorsorge fürs Alter. Doch das Modell gilt schon lange als umstritten. Nicht ausgeschöpfte Zuschüsse sowie niedrige Zinsen und Beiträge stehen häufig in der Kritik.

Aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zufolge profitieren die Riester-Sparer immer weniger von Zulagen und versäumen jedes Jahr das Ausschöpfen von Millionenbeträgen.

Ein umstrittenes Rentenmodell

Einst wurde die nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) benannte Zusatzvorsorge zum Ausgleich des staatlich gewollten Sinkens des gesetzlichen Rentenniveaus ins Leben gerufen. Heute steht die Riester-Rente massiv unter Druck. Aufgrund der niedrigen Zinsen bringt das Sparmodell immer weniger und viele Kunden zahlen wenig bis gar nicht mehr ein. Dadurch verlieren sie den Anspruch auf die Vollzulage von 154 Euro. Die staatlichen Zuschüsse würden einem Zeitungsbericht der Bild zufolge auch immer weniger ausgeschöpft.

Die aktuellen Zahlen, die dazu von der Deutschen Rentenversicherung vorliegen, stammen aufgrund steuerlicher Fristen noch aus dem Jahr 2013. Damals hätten die Versicherten durchschnittlich 122,95 Euro Grundzulage erhalten. Im Jahr zuvor wären es laut Bild noch 124,05 Euro gewesen. Grund dafür sei, dass die Sparer nicht genug zur Seite legten, um die volle Riester-Zulage in Anspruch zu nehmen. Angestiegen seien hingegen die ausgezahlten Kinderzulagen. Diese stiegen im Schnitt von 328,13 auf 333,01 Euro.

Vollen Zuschuss mit mehr Sparbetrag

Bis heute haben 16,5 Millionen Bürger einen Riester-Vertrag abgeschlossen, um sich im Alter nicht nur auf die gesetzliche Rente verlassen zu müssen. Seit 2002 wird dieses private Sparen fürs Alter staatlich gefördert. Dass die Zulage zurückginge, liegt derweil auch an den Sparern. Denn die Höhe der maximal möglichen Zulage ist keineswegs gesenkt worden.

Warum die in Anspruch genommenen Leistungen dennoch zurückgehen, führt Peter Schwark vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft darauf zurück, dass die Sparer ihren Riester-Beitrag nicht an gestiegene Einkommen anpassen würden. „Und die Fördersystematik ist so, dass man einen bestimmten Anteil vom Einkommen, nämlich vier Prozent vom Vorjahreseinkommen, in einen Riestervertrag einzahlen muss, um die gesamte Förderung zu bekommen.“ Würden beispielsweise nur drei Prozent gezahlt, erhielte man renditeunabhängig demnach auch nur drei Viertel der möglichen Förderung.

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Quellen: BILD, Spiegel.de, Welt.de, Deutschlandfunk.de

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