Riester-Rente: Weniger Ertrag als durch "Geld unterm Kopfkissen"?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.02.2019

Zu hohe Kosten, unrealistische Lebenserwartungen und eine dadurch bedingt zu geringe Rendite: Dieser Vorwurf wurde jetzt seitens des BdV gegenüber der deutschen Lebensversicherer laut. Kapital würde vielmehr vernichtet statt erweitert.

Wer monatlich einen festen Betrag „unter dem Kopfkissen“ beiseitelege, komme mitunter auf ein besseres Ergebnis, so der BdV weiter. Auch könne es nicht sein, dass die Rendite fast ausschließlich auf Steuerentlastungen und Zuschüssen beruht.

Zu wenig Rendite bei Riester-Rente

Wer riestert, hat am Ende weniger Geld als Menschen, die regelmäßig im Haushalt etwas beiseitelegen. So formulierte nun der Bund der Versicherten (BdV) einen Vorwurf an die deutschen Lebensversicherer. Vor allem zeigten sich hohe Kosten im Vertrieb dafür verantwortlich; aber auch unrealistische Lebenserwartungen, die sich weit über den Auswertungen des Statistischen Bundesamts bewegen.

Eine Untersuchung des BdV kam zu diesem Ergebnis; Renditen kamen auf Werte von minus 2,9 bis minus 0,3 Prozent. Das Kapital der Sparer wird vernichtet. Würden die Zuschüsse in Form der „gefühlten Rente“ der Sparer mit bedacht, so befänden sich die Zahlen ebenfalls teilweise im Minusbereich. Dann läge die Rendite zwischen minus 1,5 und plus 0,2 Prozent. Zu wenig laut BdV, denn: Wer in einem fiktiven Beispiel monatlich 85 Euro unter das Kopfkissen legt und keinerlei Zuschüsse bezieht, könnte ab 67 Jahren bis ca. 89,9 Jahre jeden Monat auf 74 Euro zurückgreifen. Der Betrag ist mit jenem, der einer der Versicherer auszahlen würde, vergleichbar.

GDV verteidigt sich gegen die Vorwürfe

Der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) weist die Vorwürfe zurück. Renditen von drei bis vier Prozent nach der Steuer seien realistischer als die Kalkulationen des BdV. Weiterhin seien die Kosten mit jenen für nicht geförderte Produkte vergleichbar; trotz eines komplexeren Verfahrens und einen damit einhergehenden, höheren Verwaltungsaufwand.

Die Riester-Rente würde aktuell häufig schlechter gemacht, als sie ist, so der GDV weiter. Eine Sprecherin bezeichnete das Niedermachen der Riester-Rente sogar als „Volkssport unter Verbraucherschützern“. Auch den Vorwurf, dass die Lebenserwartung unrealistisch eingeschätzt wird, wies sie zurück; in Hinblick auf die Vorsicht, die bei der Kalkulation von Versicherern walten sollte. Nicht auszuschließen ist allerdings ein strukturelles Problem, das bei den Versicherern besteht. Denn: Wenn die Rendite ausschließlich auf steuerlichen Einsparungen und Zulagen beruht, kann dies nicht der eigentliche Sinn der Anlage sein.

Quelle: süddeutsche.de

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