Rücklagen der Pflegekassen auf Rekordniveau

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.04.2015

Die gute Konjunktur in Deutschland füllt die Pflegekasse. Wie das Bundesgesundheitsministerium bestätigte, befinden sich die finanziellen Rücklagen der gesetzlichen Pflegeversicherung auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum Jahr 2013 konnte das Finanzpolster damit weiter ausgebaut werden, wodurch die Pflege für zukünftige Bedürftige gesichert werden soll.

Wie die „FAZ“ aktuell berichtet, gab das Bundesgesundheitsministerium nun bekannt, dass die Rücklagen der gesetzlichen Pflegeversicherung Ende 2014 rund 6,63 Milliarden Euro betragen haben. Damit bestätigte das Ministerium Informationen der „Bild“, welche bereits vor einigen Tagen veröffentlich wurden. Auch wenn die Pflegekasse damit über ein Finanzpolster in Rekordhöhe verfügt, ist das Geld doch teilweise bereits verplant.

Rücklagen 500 Millionen höher als im Vorjahr

Obwohl die gesetzliche Pflegeversicherung nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 2014 unter anderem aufgrund von höheren Zusatzleistungen für Demenzkranke höhere Ausgaben zu verbuchen hatte, konnten die Rücklagen weiter ausgebaut werden. Als Grund für die steigenden Einnahmen der Pflegekasse wird die gute Lohn- und Beschäftigungslage in Deutschland genannt. Immer mehr Menschen in Deutschland gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach und zahlen in die Pflegeversicherung ein. Vor allem Zuwanderer, die in den letzten Jahren in Deutschland fußgefasst und einen Job gefunden haben, stärken mit ihren Einkommen die Rücklagen.

Pflegekasse steht vor Herausforderungen

Die hohen Rücklagen werden sich jedoch wohl in der nächsten Zeit nicht auf Pflegeleistungen oder Beitragszahlungen auswirken. Zum ersten Januar 2015 wurde der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung erst von der Bundesregierung um 0,3 Prozent erhöht, um das Pflegesystem für das Jahr 2035 vorzubereiten. Dabei soll ein Pflegefonds aufgebaut werden, welcher die erwartete Welle an neuen Pflegebedürftigen finanziell auffangen soll. Die Opposition äußerte sich bereits zu Jahresbeginn kritisch zu den Maßnahmen. Schon heute würden die gesetzlichen Pflegeleistungen nicht ausreichen, um den tatsächlichen Pflegebedarf finanziell abzudecken. Ohne eine zusätzliche private Pflegeversicherung könnten viele Pflegebedürftige nicht umfassend genug versorgt werden.

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