Erhöhung des Rundfunkbeitrags: Wann, warum und wie viel?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.03.2019

Der Rundfunkbeitrag bietet weiterhin Anlass zu Diskussionen. Während einige Länder in den vergangenen Wochen daran appellierten, eine Preissteigerung zu vermeiden, scheint nun ein so genanntes Index-Modell wahrscheinlich. Das bedeutet höhere Gebühren für den Verbraucher.

Angelehnt an einen Prozentsatz, der die Inflation ausgleicht, würde der Beitrag kontinuierlich steigen – in rund fünf Jahren um einen Euro. Während sich einige Politiker und der ARD-Intendant für das Modell aussprachen, gibt es auch Kritik.

Neues Modell lässt Gebühr regelmäßig steigen

Aktuell liegt der monatliche Rundfunkbeitrag bei 17,50 Euro – das könnte sich bald schon ändern, wie jetzt der Fachdienst „Medien-Korrespondenz“ berichtet. Demnach soll sich ein Index-Modell in Sachen Rundfunkbeitrag durchsetzen. Dieses orientiert sich an einem Ausgangswert sowie einem Teuerungsindex; beide wurden jedoch bislang noch nicht festgesetzt. Wahrscheinlich liegt der Ausgangswert bei einer Einigung auf das Modell jedoch unter 18 Euro, während die prozentuale Steigerung die Inflation ausgleichen soll. Für Verbraucher bedeutet dies in fünf Jahren einen Anstieg um ca. einen Euro im Monat. Markus Söder von der CSU begrüßt dieses Verfahren, ebenso weite Teile der SPD. Auch sprach sich der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm dafür aus; er räumte aber im selben Zug ein, dass ein regelmäßiger, inflationsausgleichender Anstieg der Gebühr keine Kassen füllen könnte. Grund dafür ist die rundfunkspezifische Teuerung der letzten Jahre. Ohne eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags bestünde das Risiko, ganze Programmteile zu streichen.

Experten fürchten mangelnde Initiative

Allerdings wird auch Kritik an dem geplanten Index-Modell laut – und diese kommt nicht nur aus Verbrauchersicht. So fürchten Experten, dass dieses Modell für die öffentlich-rechtlichen Sender zu bequem erscheint. In den Augen der Experten wichtige Reformen wie die Zusammenlegung von Sendern würden ausbleiben, da steigende Einnahmen ohnehin wahrscheinlich sind. Denn: Die Zustimmung der Landtage für den automatisch steigenden Rundfunkbeitrag wäre nur noch in Ausnahmefällen nötig.
Aktuell wird die Rundfunkgebühr anhand des Bedarfs der öffentlich-rechtlichen Sender festgelegt. Dieser muss der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten durch die Sender in einem Turnus von vier Jahren vorgelegt werden. Zum 1. Januar 2021 steht der erste, neue Wert an. Setzt sich das Index-Modell durch, tritt es ab 1. Januar 2023 in Kraft.

Quelle: focus.de

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